Schmitt-Beck, R.:

Paul M. Sniderman/Richard A. Brody/Philip E.Tetlock, Reasoning and Choice. Explorations in Political Psychology, Cambridge/New York 1991

In: Schlüsselwerke der Politikwissenschaft. / Kailitz, S. (Hrsg.)
1.Auflage, Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss. (2007), S. 449-453
ISBN: 978-3-531-14005-6, 3-531-14005-1
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Politikwissenschaft
Abstract:
Dieses Buch ist einer der Marksteine der „kognitiven Wende“ in der Auseinandersetzung mit den Strukturen des politischen Denkens der Bürger westlicher Demokratien. Die „kognitive Revolution“ der 1980er Jahre hat damit auch die Politische Psychologie erreicht und dazu beitragen, den behavioristischen Ansatz, also den sozialpsychologischer Ansatz, der sich nur mit dem objektiv beobachtbaren und messbaren Verhalten beschäftigt, zu überwinden (Sullivan u.a. 2002). Die Verfasser sind Politikwissenschaftler und Psychologen an der Stanford University (Paul Sniderman und Richard Brody) und der Ohio State University (Philip Tetlock). Kennzeichnend für den „neuen Blick“ (Sniderman 1993) auf politische Meinungen, Einstellungen, Überzeugungen und Werte der Bürger ist die kritische Abwendung von der „minimalistischen“ Sichtweise, die in den 1960er Jahren durch einen einflussreichen Aufsatz von Philip Converse (1964) begründet wurde. Dieser hatte — ebenso wie viele Folgestudien — im Grunde die empirische Bestätigung zu Joseph A. Schumpeters (→ Schumpeter 1942) pessimistischer Einschätzung der politischen Urteilskompetenz des „Normalbürgers“ nachgereicht. Zumindest für die amerikanischen Wähler demonstrierten diese Analysen: Die meisten Bürger schenken der Politik nicht viel Aufmerksamkeit, daher sind sie wenig informiert. Sie können politische Informationen auch kaum systematisch auswerten.