Czolbe, Frank:

Erstapplikation von IFN beta - 1a : Wirkung und Nebenwirkungen

Duisburg, Essen (2008), 77 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Anatomie
Schedlowski, Manfred (Doktorvater, Betreuerin)
Petersenn, Stephan (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Das Zytokin Interferon beta -1a ( IFNβ -1a) ist zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Es zeigen sich bei Patienten teilweise ausgeprägte Nebenwirkungen (grippeähnliche Symptome) dieser Substanz. Diese klingen nach wenigen Monaten Behandlung ab. Das Ziel der Dissertation war es, zu zeigen, ob sich bei MS-Patienten durch die kontinuierliche Gabe von IFNβ -1a akut und nach einen Zeitraum von einem Jahr Nebenwirkungen oder Gewöhnung dieser einstellen. Hierzu wurde untersucht wie IFNβ -1a auf die Hypophysen-Hypothalamus-Nebennieren-Achse (HPA-Achse), auf Leukozytensubpopulationen und die sympathische Achse wirkt und ob sich Veränderungen des Affektes einstellen. Es wurden 13 MS-Patienten bis 8 Stunden nach einer ersten Gabe von IFNβ -1a und 10 dieser Patienten nach einem Jahr kontinuierlicher Therapie untersucht und die Plasma-Konzentrationen von Cortisol, ACTH, Prolaktin, Growth Hormone, Adrenalin und Noradrenalin bestimmt. Zusätzlich erfolgten Differentialblutbilder, die Bestimmung der Körpertemperatur und eine Erfassung von Affekten, wie z.B. Müdigkeit oder Missmut mittels eines standardisierten Tests (POMS). Zur Objektivierung des klinischen Behandlungserfolges wurde an den Messtagen der EDSS (Expanded Disability Status Score) erhoben. Die Dissertation zeigt, dass eine Langzeitbehandlung mit IFNβ -1a sowohl die sekretorische HPA-Achsen-Aktivität als auch nachweisbaren Verschiebungen innerhalb der Leukozytensubpopulationen im peripheren Blut im Vergleich zu einer akuten IFNβ -1a-Applikation reduziert. Die Körpertemperatur und die Müdigkeit der Patienten steigen sowohl akut als auch nach einer Langzeittherapie an. Eine 12-monatige Behandlung mit IFNβ -1a verändert nicht den Affekt. Die Ergebnisse implizieren einen deutlichen Einfluss einer Langzeit-Therapie von IFNβ -1a auf die neuroendokrine Achse und auf die Leukozytensubpopulationen.