Brosig, Jeanette; Heinrich, T.; Riechmann, T.; Schöb, R.; Weimann, J.:

Was macht Ökonomen „anders“? Wirkungen der Ökonomieausbildung in Magdeburg und Köln.

In: Transformation in der Ökonomie - Festschrift für G. Schwödiauer zum 65. Geburtstag. / Reichling, P.; Spengler, T.; Wenig, A. (Hrsg.)
1.Auflage, Wiesbaden: Gabler (2008), S. 201-217
ISBN: 978-3-8349-1058-5, 978-3-8349-8096-0
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Dass Ökonomen ein wenig anders sind als die Vertreter anderer Fachdisziplinen, weiß man seit langem. Im Economist war vor vielen Jahren einmal ein Cartoon abgedruckt, auf dem eine Dame einen Partygast einem anderen Gast mit den Worten vorstellt „Er ist Ökonom — aber ansonsten ganz in Ordnung.“ Hintergrund dieser wenig schmeichelhaften Witzeleien ist die Beobachtung, dass sich Ökonomiestudenten in Experimenten deutlich anders verhalten als die Studierenden anderer Fächer. Als erstes haben bereits Marwell/Ames (1981) darauf aufmerksam gemacht, dass Studenten der Wirtschaftswissenschaft wesentlich häufiger die Freifahreroption in Öffentliches-Gut-Spielen wählen als Studenten anderer Fakultäten. Frank/Gilovich/Regan (1993) haben diesen Befund später bestätigt und seitdem zieht er sich wie ein roter Faden durch die experimentelle Literatur. Ockenfels/Weimann (1999) konnten zwar zeigen, dass sich der Effekt auf die männlichen Studenten reduzieren lässt, aber diese Einschränkung hat an dem Bild der eigennützigen Ökonomen nicht viel ändern können.

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