Zur Problematik einer theoretisch fundierten Gewinnermittlung.

In: Ilmenauer Schriften zur Betriebswirtschaftslehre. / Dintner, R.; Gelbrich, K.; Müller, D.; Souren, R.; Schmiel, Ute (Hrsg.)
Ilmenau (2007)
ISBN: 978-3-940882-01-1
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Die Frage nach einer „betriebswirtschaftlich adäquaten“ steuerlichen Gewinnermittlung hat in jünge­­rer Zeit im wissenschaftlichen Diskurs wieder verstärkt Beachtung ge­funden. Ursächlich hier­­für ist der Vorschlag, IAS/IFRS als „Starting Point“ für die steu­­erliche Gewinnermittlung zu wäh­len. Die steuerliche Gewinnermittlung ist theoretisch fundiert, wenn sie Zielen der Be­steu­e­rung entspricht, die ihrerseits aus einem zugrunde gelegten Wirt­schafts­­ord­nungs­­­verständnis ab­ge­lei­tet wurden. In der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre wird häufig auf ein neoklassisches Wirt­schafts­ordnungsverständnis und daraus folgend auf Ziele wie Investitionsneutralität oder er­wünsch­­te Investitionswirkungen rekurriert. Gegen ein solches Wirtschaftsordnungsverständnis wer­­den in diesem Beitrag zahlreiche Argumente vorgetragen. Geht man hingegen von einem evo­lu­to­rischen Wirtschaftsordnungsverständnis aus, resultieren hieraus als Ziele der Besteuerung „Re­­levanz von Liquiditätsproblemen“, „Vor­teil­­­haftigkeit von Markt­­ent­schei­dungen“ und „För­de­rung der Variations­fähigkeit“. Hier­aus lassen sich grund­le­gen­de Prinzipien einer steu­er­li­chen Ge­winn­­konzeption ableiten. Dabei wird unter anderem deutlich, dass die Steuerbilanzkonzeption des gel­tenden deutschen Rechts in ihren Grundzügen den aus einem evolutorischen Wirtschafts­ord­nungs­­ver­ständ­nis hergeleiteten Zie­len entspricht.