Krug, Jens:

Blutentnahmen aus einem Nabelarterienkatheter bei sehr kleinen Frühgeborenen reduzieren das zerebrale Blutvolumen und die zerebrale Oxygenieurung : Einfluss des Blutentnahmevolumens

Duisburg-Essen (2005), 95 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Roll, Claudia (Doktorvater, Betreuerin)
Günnicker, Michael (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
In einer früheren Studie haben wir gezeigt, dass während der Stationsroutine durchgeführte Blutentnahmen aus Nabelarterienkathetern bei sehr kleinen Frühgeborenen zu einer Reduktion des zerebralen Blutvolumens und der zerebralen Oxygenierung führen. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob dieser Effekt durch ein geringeres Blutentnahmevolumen abgeschwächt werden kann. 48 Frühgeborene mit einem Gestationsalter zwischen 23 und 34 Wochen und einem Geburtsgewicht zwischen 480 g und 1490 g wurden untersucht. Bei jedem Kind wurden innerhalb der ersten 72 Lebensstunden zwei Routine-blutentnahmen, eine großvolumige mit 1,7 ml und eine kleinvolumige mit 0,2 ml, mittels Nahinfrarotspektroskopie beobachtet. Sie ermöglicht es, Änderungen der Konzentrationen des oxygenierten und desoxygenierten Hämoglobins direkt zu messen und Änderungen des zerebralen Blutvolumens und der zerebralen Oxygenierung zu errechnen. Die Ergebnisse zeigen, dass es sowohl während der Entnahme des großen als auch während der Entnahme des kleinen Blutvolumens zu einer signifikanten Abnahme der oxygenierten Hämoglobinkonzentration, des zerebralen Blutvolu-mens und des zerebralen Oxygenierungsindexes kommt. Vergleicht man die Effekte beider Entnahmevolumina miteinander, zeigt sich ein signifikanter Unterschied. Bei der Entnahme von 0,2 ml Blut war die Reduktion des oxygenierten Hämoglobin und der zerebralen Oxygenierung geringer und kürzer anhaltend als bei der Entnahme von 1,7 ml Blut. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass selbst die Entnahme geringster Blutvolumina an die vorherige Entnahme von 1,6 ml Mischblut zur Reinigung des Kathetersystems und zum Erhalt verlässlicher Laborergebnisse gebunden ist. Die Reduzierung des Mischblutvolumens ist nicht möglich. Die Ergebnisse dieser Studie fordern demnach die Minimierung des Blutentnahmevolumens und der Blutentnahmehäufigkeit im Stationsalltag.

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