Liquidität und Anteilsbesitzkonzentration.

In: Finanz-Betrie, (2009) ; Nr. 2, S. 88-93
ISSN: 1437-8981
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Aktienbörsen bewerten Unternehmensanteile, nicht Unternehmen. Daher wirken auf deren Bewertung neben fundamentalen Eigenschaften des Unternehmens auch die Charakteristika dieser Anteile. So wird die Liquidität der Anteile zum wichtigen Faktor der Anteilsbewertung. Die Fähigkeit, Unternehmensanteile schnell und mit minimalen Transaktionskosten umzuwandeln, mindert das Risiko des Investors. Je höher die Wertpapierliquidität ist, umso geringer wird c.p. die Renditeforderung des Kapitalgebers. Ein Einflussfaktor auf die Liquidität der Unternehmensanteile ist die Anteilsbesitzkonzentration. Konzentriertes Aktieninvestment bedeutet i.d.R. auch langfristiges Engagement, wodurch weiteren Marktteilnehmern Wertpapierliquidität entzogen wird. Gleichzeitig leisten Großaktionäre jedoch als Kontrollinstanz einen Wertbeitrag. Der Beitrag untersucht, ob es einen Zielkonflikt zwischen der Anteilsbesitzkonzentration und der Anteilsliquidität gibt. Die empirischen Befunde stützen diese These erstmalig für den deutschen Aktienmarkt: Konzentrierter Anteilsbesitz wirkt statistisch signifikant negativ auf die Wertpapierliquidität. Unternehmenskontrolle in Form konzentrierten Aktienbesitzes wird folglich durch geringere Wertpapierliquidität "erkauft".

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