Managment des Illiquiditätsabschlags : Der Einfluss von Analystencoverage

In: Finanz -Betrieb, (2009) ; Nr. 3, S. 137-143
ISSN: 1437-8981
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Eingeschränkte Wertpapierliquidität erhöht das Risiko des Investors und resultiert daher c.p. in einem Bewertungsabschlag. Ein Emittent sollte
folglich bestrebt sein, die Liquidität der eigenen Aktien zu erhöhen. Da die Liquidität der Unternehmensanteile von der Anteilsbesitzstruktur (mit-
)beeinflusst wird, kann sie durch Kapitalmaßnahmen und die Informationspolitik des Emittenten aktiv gesteuert werden. Dabei kommen auf
ineffizienten M ärkten Investor Relations zumindest als flankierende M aßnahmen zum Einsatz. Insbesondere die Kommunikation mit Analysten
nimmt einen hohen Stellenwert in Investor Relations Aktivitäten ein. Den Emittenten interessiert, ob Analystenschätzungen ein geeignetes
Instrument zur Steuerung der Liquidität der eignen Aktien sind. Der Beitrag untersucht daher, ob am deutschen Aktienmarkt eine positive
Wirkung von Analystencoverage auf die anteilsspezifische Liquidität festzustellen ist. Die empirischen Befunde stützen die These, dass die
Wertpapierliquidität mit steigender Analystenzahl zunimmt. Allerdings wird die Anzahl der Analysten maßgeblich von der M arktkapitalisierung
des Emittenten bestimmt. Kleinere Emittenten, die selbst bei aktiver Informationspolitik nicht im Fokus der Wertpapieranalysten stehen, können
dieses Dilemma durch den gezielten Einkauf von Coverage lösen. Dagegen äußern sich stark divergierende Einzelschätzungen -entgegen der
Hypothese - nicht in einem Rückgang der Wertpapierliquidität.