Teschler, Sebastian:

Effekte eines 3-wöchigen ambulanten Trainingsprogramms auf Belastungskapazität, Atemnot und Lebensqualität von Patienten mit stabiler COPD im GOLD Stadium II-IV

Duisburg, Essen (2009), 75 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät
Freitag, Lutz (Doktorvater, Betreuerin)
Möhlenkamp, Stefan (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2009
Abstract:
Die Trainingstherapie hat sich als wichtige evidenzbasierte Maßnahme im Management der mittelschweren bis schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) nach Leitlinie der „Globalen Initiative für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen“ (GOLD) etabliert. Körperliches Training wird als zentraler Bestandteil der multimodalen Therapie eingestuft. Die eingesetzten Trainingskonzepte unterscheiden sich insbesondere bezüglich Trainingsintensität und Trainingsdauer. In dieser Studie wurden die Effekte einer 3-wöchigen Trainingstherapie bei Patienten mit COPD im GOLD-Stadium II bis IV im Vergleich zum Lungensport von gleicher Dauer analysiert. Es handelte sich um ein Parallelgruppendesign mit jeweils 20 Patienten im Alter von 66 Jahren in der Trainingsgruppe und von 63 Jahren in der Lungensportgruppe. In der Trainingsgruppe erfolge eine multimodale Trainingstherapie unter Einschluss eines submaximal dosierten Kraft-/ Ausdauertrainings an jeweils 3 Tagen der Woche in 3 aufeinander folgenden Wochen. In der Kontrollgruppe nahmen die Patienten einmal wöchentlich an den Aktivitäten einer Lungensportgruppe teil. Als Erfolgsparameter wurden Spirometrie, Bodyplethysmographie, Transferfaktor für Kohlenmonoxyd, 6-Minuten Gehstrecke und Fragebögen zur generellen „Short-Form-36“ (SF36) und zur krankheitsspezifischen Lebensqualität „Chronic Respiratory Questionnaire“ (CRQ) sowie Blutuntersuchungen „C-reaktives Protein“ (CRP) und „B-derived Natriuretic Peptide“ (BNP) eingesetzt. In beiden Gruppen haben alle 20 Patienten das komplette Programm absolviert. Die Trainingsgruppe erreichte eine klinisch relevante Zunahme der 6-Minuten Gehstrecke von 431m auf 476m (p<0,001), während die Kontrollgruppe keine relevante Verbesserung der Gehstrecke erreichte (465 auf 482m; p=n.s.). Im SF36 fanden sich in der Trainingsgruppe signifikante Verbesserungen der psychischen (p<0,04) und körperlichen (p<0,01) Summenscores im Verlauf von 3 Wochen. Außerdem besserte sich die krankheitsspezifische Lebensqualität bezüglich des Summenscores (p=0,01) und in den Domänen Atemnot (0,02), Krankheitsbewältigung (p<0,03) und Stimmungslage (p=0,0001) des CRQ-Fragebogens. Die Studie zeigt, dass bei Patienten mit stabiler COPD im GOLD-Stadium II-IV auch nach medikamentöser Optimierung durch Trainingstherapie eine weitere Verbesserung erreicht werden kann. Im Vergleich zum Lungensport waren die Verbesserungen durch Trainingstherapie statistisch signifikant und auch klinisch relevant. Gebessert fanden sich Belastungskapazität, belastungsinduzierte Atemnot und mehrere Parameter der generellen und krankheitsspezifischen Lebensqualität. Diese Studie belegt außerdem, dass selbst Patienten mit schwerstgadiger COPD im GOLD-Stadium IV in ambulanten Trainingsprogrammen unter physiothera-peutischer Überwachung effektiv trainiert werden können.

Background: Exercise training is widely promoted as a key component in pulmonary rehabilitation for patients with chronic obstructive pulmonary disease (COPD). This study aimed to assess the effects of a 3-week hospital-based outpatient high intensity strength and endurance training program (TG) on exercise capacity, lung function and quality of life. Methods: We did a randomized, prospective, parallel-group controlled study in 40 patients with COPD (12 men and 28 women; mean age 64.7 years; FEV1 44.79% of predicted). Twenty patients were enrolled in a TG program consisting of strength- (ergometer) and endurance training, 3 times a week, for 90 minutes, and 20 patients received a conventional lung sport program (LS) once a week. The following outcome parameters were assessed in weekly intervals: spirometry and bodybox data, exercise capacity (6MWD), and quality of life (SF36, CRQ). Results: Neither lung function data nor breathlessness scores on the Borg-scale changed significantly. Exercise tolerance as assessed by the 6MWD increased significantly from 431m to 476m (p<0.001) in the TG group. There was an improvement of the mental summary score from 23.8 to 24.3 (p<0.04) and of the physical summary score from 24.1 to 24.7 p<0.01) in the SF36 questionnaire. In addition, the CRQ domains dyspnea (p=0.03), emotion (p=0.0001) and mastery (p=0.03) improved significantly. The CRQ summary score improved from 18.0 to 19.9 (p=0.01). In the control group (LS) there was no significant change in exercise capacity or quality of life. Conclusion: Even in patients with advanced COPD a 3-weeks hospital-based outpatient high intensity strength and endurance training program results in improvements of exercise tolerance and quality of life without changes in lung function.