Regulierungsform und Verbetrieblichungsneigung von Managern und Betriebsräten. Ergebnisse einer empirischen Erhebung.

In: Industrielle Beziehungen, Jg. 14 (2007) ; Nr. 4, S. 289-315
ISSN: 0943-2779
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Kritiker des deutschen Flächentarifvertragssystems fordern eine stärkere
Nutzung betrieblicher Verhandlungslösungen. Die Folgen einer solchen Abkehr vom System
der Flächentarifverträge (Verbetrieblichung) hätten vor allem die Betriebe und deren Akteure
zu tragen. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Manager und Betriebsräte
zur Verbetrieblichung stehen und welche Folgen sie mit einer Verlagerung der Verhandlungen
auf die Betriebsebene verbinden. Dabei wird insbesondere untersucht, welchen
Einfluss die im Betrieb existierende Regulierungsform (Formen der Tarifbindung bzw. Nichtbindung)
auf die Verbetrieblichungsneigung hat. Als Datenbasis dient eine Befragung von 1000
Managern und 1000 mit ihnen in Verhandlungsbeziehungen stehenden Betriebsräten. Deskriptive
und multivariate Analysen zeigen, dass Betriebsräte deutliche Gegner und Manager deutliche
Befürworter der Verbetrieblichung sind. Bei den Managern zeigt sich ein deutlicher Effekt
der Regulierungsform. Bei ihnen ist die Neigung zur Verbetrieblichung höher, wenn der Betrieb
bereits einen hohen Verbetrieblichungsgrad aufweist.

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