Felder, Stefan; Kifmann, Mathias:

Kurzfristige und langfristige Folgen einer Bürgerversicherung

In: Wettbewerb und Regulierung im Gesundheitswesen, Gesundheitsökonomische Beiträge / Cassel, Dieter (Hrsg.)
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft (2004), S. 9-32
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Wir untersuchen anhand des Konzepts der impliziten Besteuerung, wie eine Ausweitung der gesetzlichen Krankenversicherung auf die gesamte  Bevölkerung im Sinne einer Bürgerversicherung die unterschiedlichen Generationen betrifft. Die Einführung einer Bürgerversicherung innerhalb des lohnbezogenen Umlageverfahrens entlastet zwar die heute lebenden alten Generationen, stellt jedoch später geborene Generationen schlechter. Ein umlagefinanziertes Kopfprämiensystem könnte hingegen die junge Generation potenziell entlasten. Mit einer Kapitalbildung im Rahmen der erweiterten GKV lässt sich in jedem Fall eine langfristige Belastung vermeiden. Dabei ist ein vollständiger Übergang auf das Kapitaldeckungsverfahren nicht nötig. Im Gegenteil, bei einem vollständigen Verzicht auf das Umlageverfahren werden die Übergangsgenerationen zusätzlich belastet. Eine intergenerativ verteilungsneutrale Ausweitung des GKV-Versichertenkreises lässt sich auch über eine Altersdifferenzierung der Beitragssätze erreichen. In diesem Fall erfolgt die Kapitalbildung privat und wird für höhere Beiträge im Alter verwendet.

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