Felder, Stefan; Zweifel, Peter:

Demographische Alterung und Gesundheitsausgaben: Eine Fehlinterpretation

In: Dokumentationsschriften / Interfakultäres Zentrum für Gerontologie Universität Genf, (1998) ; Nr. 5, S. 1-4
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
1. Das stetige Wachstum der Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben in den industrialisierten Ländern wird oft mit der Überalterung ihrer Bevölkerungen in Zusammenhang gebracht.
2. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen von Krankenhausdaten ergibt jedoch, dass wesentliche Anteile der im Leben eines Individuums aufgewendeten Gesundheitsausgaben durch seine Restlebenszeit und nicht durch sein Kalenderalter bestimmt werden.
3. Dieses Resultat deutet darauf hin, dass die letzten Lebensmonate vor dem Tod mit hohen Aufwendungen einhergehen ganz unabhängig davon, ob sie im Alter von 60, 70, 80, oder 90 Jahren stattfinden.
4. Eine Zunahme der Lebenserwartung bedeutet aber nichts anderes, als dass die letzten Lebensmonate in Zukunft auf das Alter 90 statt auf das Alter 80 fallen werden. Daher werden die Gesundheitsausgaben über den gesamten Lebenszyklus nicht betroffen. Folglich werden die Gesundheitsausgaben pro Kopf der Bevölkerung nicht zwangsläufig im Zuge der demographischen Alterung zunehmen.
5. Fazit: Die demographische Alterung ist nicht die wahre Ursache der ansteigenden Kosten im Gesundheitswesen.

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