Finalität ist nicht des Ökonomen letzter Schluss!

In: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge, Jg. 46 (2002) ; Nr. 4, S. 383-398
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Nach Artikel 41, Absatz 2 der Bundesverfassung sollen Bund und Kantone sich dafür einsetzen,dass jede Person gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter,Invalidität,Krankheit,Unfall,Arbeitslosigkeit,Mutterschaft,Verwaisung und Verwitwung gesichert ist.Diese Aufzählung der Risiken macht deutlich, dass die Leistungen nach dem Kausalprinzip entrichtet werden: Tritt eines der Risiken ein, so werden die Leistungen ausbezahlt. Die individuelle, objektive und finanzielle Bedürftigkeit spielt hierbei keine Rolle. Zielorientierte Leistungen bei nachgewiesener Bedürftigkeit kommen nur dann zum Tragen, wenn es keine primäre Sicherung nach dem Kausalprinzip gibt oder wenn diese ungenügend ist. Nach dem Finalprinzip verfasste Einrichtungen stellen die Ergänzungsleistungen zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und Invalidenversicherung (IV) sowie die Sozialhilfe dar.