Felder, Stefan; Leidl, Reiner:

Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich und Versorgungseffizienz

In: Recht und Politik im Gesundheitswesen, Jg. 11 (2005) ; Nr. 1, S. 10-19
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Mit Blick auf die Zielsetzung des GKV-Modernisierungsgesetztes (GMG), eine sektorale Integration der Versorgung zu fördern, birgt ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (RSA), der die Hohe des Versicherungsrisikos durch Leistungsindikatoren zu erfassen sucht, deutliche Risiken. Für die Weiterentwicklung des deutschen RSA wurde das Modell "IPHCC+RxGroups" vorgeschlagen, das als Morbiditätsindikatoren Variablen aus dem Krankenhaus- und dem Arzneimittelbereich heranzieht. Dies setzt Fehlanreize für die Versorgung: Versicherte, die stationär statt ambulant oder die mit teuren Arzneimitteltherapien versorgt werden, erbringen der kasse höhere Ausgleichansprüche aus dem RSA. Nicht effiziente Mehrleistungen können zu Forderungen an den RSA führen. Durch die beschränkung der Indikatoren auf Teilbereiche des Leistungsspektrums ist das Ausgleichsverfahren nicht versorgungsneutral. Grundsätzlich sollte die Realisierung der Versorungsaufgaben den Marktkräften überlassen bleiben.

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