Im Alter krank und teuer? - Gesundheitsausgaben am Lebensende

In: G+G Wissenschaft, (2008) ; Nr. 4, S. 23-30
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
In den letzten Lebensmonaten eines Menschen steigen die
Ausgaben für medizinische Versorgung in der Regel stark
an. Im Versuch, das Leben zu verlängern, wird im letzten
Lebensjahr für Gesundheit im Durchschnitt mehr als das
Zehnfache ausgegeben als für überlebende Menschen in
einem Jahr. Die Gesundheitsausgaben (ohne Pflegekosten)
für über 65-Jährige sinken am Lebensende mit zunehmendem
Alter. Diese in vielen Studien aus mehreren Ländern
bestätigten Ergebnisse haben Konsequenzen für den
Zusammenhang zwischen steigender Lebenserwartung
und Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben: Die demografische
Alterung hat nur einen schwachen Einfluss auf die
Gesundheitsausgaben einer Bevölkerung. Alternative Thesen,
die davon ausgehen, dass altersspezifische Ausgaben
nur von den Fortschritten der medizinischen Technik
abhängen (Status-quo-Hypothese) oder – das andere
Extrem – aufgrund einer „Medikalisierung des Alters“
deutlich ansteigen (Medikalisierungsthese), finden hingegen
keine empirische Bestätigung.