Felder, Stefan; Finsinger, J.:

Auswirkungen protektionistischer und preisstützender Submissionsvorschriften auf die Baubranche

In: Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, (1987), S. 147-173
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Staatliche Stellen verhalten sich beim Einkauf von Gütern und Dienstleistungen in der Regel
anders als private Aktoren. Es geht ihnen nicht nur darum, eine gegebene Qualität zum günstigsten
Preis zu kaufen. Vielmehr werden bei der Auftragsvergabe der öffentlichen Hand im starken Masse
auch strukturpolitische und protektionistische Ziele verfolgt. In diesem Aufsatz werden die Folgen
einer solchen staatlichen Vergabepolitik untersucht. Es wird gezeigt, dass der Zuschlag zu Preisen,
welche über dem Marktpreis liegen, den Produzenten letztlich keinen Vorteil bringen. Auf lange
Sicht wird die Branche aus zu vielen und zu kleinen Unternehmen bestehen. Ausserdem werden
Überkapazitäten aufgebaut. Die überhöhten Preise bei staatlichen Vergebungen führen schliesslich
zu einer Preissenkung auf den Wettbewerbsmärkten der privaten Nachfrager. Die theoretischen
Erwägungen werden gestützt durch empirische Auswertungen von kantonal gegliederten Daten des
schweizerischen Baumarktes. Die Schweizer Kantone verfolgen eine sehr unterschiedliche Vergabepolitik,
so dass sich die jeweiligen Auswirkungen auf die Bauwirtschaft in einer Querschnittsanalyse
untersuchen lassen.

Dieser Eintrag ist freigegeben.