Vom "Deficit Accounting" zum "Generational Accounting": Eine Anwendung für die Schweiz

In: Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Jg. 133 (1997) ; Nr. 3, S. 497-512
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Der Zustand der öffentlichen Finanzen eines Staates wird in der Regel - vgl. bspw. die Maastricht-Kriterien - mit der Höhe des jährlichen öffentlichen Haushaltsdefizits und der Staatsverschuldung beurteilt. Beide Kriterien versagen allerdings, wenn es darum geht, die langfristige Belastung des Staatshaushaltes etwa infolge der demographischen Änderungen zu berücksichtigen. Eine Alternative zum "Deficit Accounting" bildet das "General Accounting", das insbesondere der intergenerativen Verteilungswirkung einer staatlichen Altersvorsorge Rechnung trägt. Der vorliegende Beitrag wendet das alternative Konzept auf die Alters- und Hinterlassenversicherung (AHV) der Schweiz an. Für das Basisszenario wird gezeigt, dass die in der AHV enthaltene Staatsschuld beim Status Quo 740 Mrd. Fr. beträgt. Eine Finanzierung der zukünftigen Defizite der AHV über eine Erhöhung der Lohnbeiträge reduziert diese Staatsschuld auf 490, eine Finanzierung über die Mehrwertsteuer auf 430 Mrd. Fr.