Eine Extra-Dividende der Deutschen Wiedervereinigung: Die gestiegene Lebenserwartung in Sachsen-Anhalt

In: Magdeburger Wissenschaftsjournal, Jg. 11. Jahrgang (2006) ; Nr. 1-2, S. 13-18
ISSN: 0949-5304
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Zwischen 1980 und 2000 stieg die Lebenserwartung im gesamten Bundesgebiet, wobei die Gewinne nach der deutschen Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern wesentlich stärker ausfielen als in den alten. In Sachsen-Anhalt stieg die Lebenserwartung in diesen 20 Jahren bei den Männern um 4,7 Lebensjahre und bei den Frauen sogar um 5,8 Lebensjahre. Dabei sind die Zugewinne im Jahrzehnt nach der deutschen Wiedervereinigung für beide Geschlechter um ein Vielfaches größer als jene im Jahrzehnt davor. Die damit einhergehende Konvergenz der Lebenserwartung zwischen Ost und West hält bis heute an. Die gewonnenen Lebensjahre sind vor allem ein Resultat der verbesserten medizinischen Versorgung nach der Wiedervereinigung. Insbesondere die Fortschritte bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben die Lebenserwartung beträchtlich erhöht. Eine Überschlagsrechnung macht deutlich, dass für Sachsen-Anhalt der zusätzliche Nutzen aus der Entwicklung der Lebenserwartung seit 1990 höher zu bewerten ist als das Volkseinkommen.

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