Pacewicz, Christina:

Die Bedeutung der Verklärungsepisode für das lukanische Doppelwerk

Duisburg, Essen (2008), 285 Bl.
Dissertation / Fach: Theologie
Fakultät für Geisteswissenschaften » Institut für Katholische Theologie
Busse, Ulrich (Doktorvater, Betreuerin)
Hoppe, Rudolf (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Lukas präsentiert die von Markus übernommene Verklärungsepisode an einer bedeutenden Stelle seines Evangeliums, nämlich an der Stelle als Jesus sein Wirken in Galiläa beendete und beabsichtigte nach Jerusalem zu gehen. Seine Erzähltechnik sowie die redaktionellen Änderungen weisen ihn als Schriftsteller aus, der die ihm vorgegebene markinische Vorlage bewusst literarisch und theologisch neu konzeptualisiert.
In der Verklärungsgeschichte findet die in der Vorgeschichte signalisierte Thematik nicht nur ihre Fortführung und ihre Präzisierung, sondern es wird auch eine deutliche Entwicklung der Thematik erkennbar. Die Verklärungsgeschichte bildet einerseits ein Bindeglied zwischen dem vorher Berichteten und den nachfolgenden Erzählungen, die durch das Gebetsmotiv gekennzeichnet sind; andererseits wird die futurisch formulierte Ansage des Engels (Lk 1,32.35) aus der Perspektive der Verklärungsepisode verständlicher (Lk 9,31.35) und die Aufgabe des Messias (Lk 2,25f.30ff.34.38) durch das Exodusmotiv (Lk 9,31) präzisiert. Dabei gibt die Vorgeschichte mit ihrem programmatischen Charakter Hinweise auf den Inhalt der lukanischen Gebetsnotizen.
Die Verklärungsgeschichte setzt den Akzent auf den Heilswillen Gottes, der durch Jesus und seinen Exodus in Jerusalem manifestiert wird und in der Parusie seine eschatologische Erfüllung findet. In Verbindung mit der lukanischen Vorgeschichte, die Jesus als den Sohn des Höchsten, den Retter, den Messias und den Erlöser bezeichnet (Lk 1,32f; 2,11.25.29ff.38), wird der Verklärungsepisode die heilsgeschichtliche Prägung verliehen, denn das, was versprochen wurde, findet in Jesus und dessen Exodus seine Erfüllung. Um diese theologischen Absichten zu verwirklichen, führt Lukas nicht nur neue theologische Formulierungen ein, sondern ändert auch die Erzählstruktur und nicht zuletzt den sprachlichen Stil seiner Vorlage.

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