Hölscher, Frank:
Unterschiede zwischen Männern und Frauen mit Opiatabhängigkeit - gibt es einen Teleskopeffekt?
Duisburg, Essen, 2009
Dissertation2009Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » LVR-Klinikum Essen
Titel:
Unterschiede zwischen Männern und Frauen mit Opiatabhängigkeit - gibt es einen Teleskopeffekt?
Autor(in):
Hölscher, Frank
Betreuer(in), Doktorvater:
Scherbaum, NorbertLSF
Erscheinungsort
Duisburg, Essen
Erscheinungsjahr
2009
Umfang
62 Bl.
DuEPublico ID:
URN:
Signatur der UB
Notiz:
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2009

Abstract:

In der Literatur ist ein unterschiedlicher Verlauf der Alkoholabhängigkeit für Männer und Frauen beschrieben worden. Frauen beginnen den Konsum später, entwickeln jedoch schneller Folgeschäden durch den Konsum, begeben sich früher erstmalig in Behandlung und entwickeln eine schwerere Abhängigkeit. Dieser Effekt wird als Teleskopeffekt bezeichnet. Für die Opiatabhängigkeit gibt es bislang keine entsprechenden eindeutigen Befunde. In dieser Studie soll überprüft werden, ob es Belege für einen Teleskopeffekt bei Opiatabhängigkeit gibt. MATERIAL UND METHODEN Aus dem TREAT-Projekt wurden die Angaben aus dem EuropASI von jeweils 100 opiatabhängigen Patienten aus sechs europäischen Städten ausgewertet. Es wurde überprüft, ob Frauen den Konsum später beginnen oder eine schwerere Abhängigkeitsausprägung vorweisen. Außerdem wurde mit multiplen Regressionen berechnet, ob die Interaktion von Geschlecht und Dauer der Abhängigkeit einen signifikanter Prädiktor für die aktuelle Schwere der Abhängigkeit darstellt. ERGEBNISSE Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren des regelmäßigen Konsums ergaben sich in einzelnen Bereichen des EuropASI geschlechtsspezifische Effekte, z.B. eine schnellere Beeinträchtigung des rechtlichen Bereiches bei Männern und schnellere Zunahme sozialer Probleme bei Frauen. Es zeigten sich keine Unterschiede in Therapieeffektivität oder Schwere der Abhängigkeit zwischen Männern und Frauen. DISKUSSION Bei der Opiatabhängigkeit gibt es zu Beginn des Konsums geschlechtsspezifische Verläufe. Jedoch chronifiziert dieser Konsum sehr schnell zu einer Abhängigkeit, so dass im Anschluss vor allem individuelle Verläufe und Einflüsse des nationalen Behandlungssystems erkennbar sind.