Torlo, Marc; Bertram, Torsten; Bekes, Frank:

Mehrfachnutzung von Sensorsignalen in verteilten Systemen im Kraftfahrzeug

In: Mechatronik im Automobil II, aktuelle Trends in der Systementwicklung für Automobile, Haus der Technik Fachbuch *
Universität Duisburg, DE: expert verlag (2000), S. 288-301
ISBN: 3-8169-2139-6
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Maschinenbau
Abstract:
Die Mehrfachnutzung von Sensorsignalen wird anhand der Beispiele fahrdynamische Regelungen zur Gierstabilisierung und Insassenschutzsysteme als Stand der Technik diskutiert. Beispielhaft vorgestellt wird ferner die dynamische Leuchtweiteregelung, um zu zeigen, wie durch die Mehrfachnutzung eines bereits im Systemverbund vorhanden Signals eine Funktion verbessert werden kann. Die mechatronischen Systeme im Kraftfahrzeug werden sich derart weiterentwickeln, dass eine zunehmende Optimierung unter Systemgesichtspunkten, wie z.B. Selbsttest, Kalibrierung, Redundanz, Kompensation von Fehlern, stattfinden wird. Ferner werden neue Funktionen wie die Nachbildung menschlicher Sinneswahrnehmungen (Sehen, Hören, Riechen, Fühlen) in den Systemverbund Gesamtfahrzeug integriert, um die Fahrzeugfunktionen den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer besser anpassen zu können. Gerade hier wird die Mehrfachnutzung zu weiteren Funktionsverbesserungen und kostenoptimalen Lösungen führen. Diese Weiterentwicklungen dienen der Lösung anspruchsvoller Aufgaben in der Fahrzeugtechnik. Sie integrieren Informationsgewinnung, -verarbeitung, -speicherung und Handlungsanweisung sowie deren Kontrolle auch bei 'unscharfen' Randbedingungen. So werden im zukünftigen Kraftfahrzeug eine Vielzahl von adaptiven, autonomen, mechatronischen Systemen zu einem komplexen Systemverbund zusammenwachsen, um den Anforderungen der Kunden, der Märkte und der Gesetzgebungen zu entsprechen. Die Mechatronik als interdisziplinäre Ingenieurwissenschaft stellt die Methoden und Technologien für die Entwicklung eines derartigen Systemverbunds zur Verfügung. Mit Hilfe der Sensorsysteme ist ein mechatronischer Systemverbund in der Lage z.B. fahrdynamische Zustandsgrößen oder die fahrzeugnahe Verkehrssituation zu erfassen und einer Weiterverarbeitung der Information durch den Systemverbund zugänglich zu machen. Die mit der Integration neuer Sensortechnologien in den Systemverbund verbundenen Kosten eines Sensorsystems können durch die Mehrfachnutzung, d.h. Verwendung für verschiedene Funktionen, auf mehrere Systeme verteilt werden.