Niebuhr, Dea:

Nutzenbewertung der fixen Wirkstoffkombination aus Budesonid und Formoterol zur Erhaltung- und Bedarfstherapie bei Patienten mit Asthma bronchiale : ein systematischer Review

Duisburg, Essen (2008), 116 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften » Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre » Medizinmanagement
Medizinische Fakultät
Medizinische Fakultät
Wasem, Jürgen (Doktorvater, Betreuerin)
Teschler, Helmut (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Fragestellung: In dem vorliegenden systematischen Review wurde der patientenrelevante Nutzen der Erhaltungs- und Bedarfstherapie aus dem inhalativen Kortikosteroid Budesonid und dem lang wirksamen Beta-2-Rezeptoragonisten Formoterol im Vergleich zu den fixen Kombinationstherapien mit den Wirkstoffen Budesonid/Formoterol und Salmeterol/Fluticason bei Patienten mit Asthma bronchiale untersucht.
Methodik: Das letzte Update der systematischen Datenbankenrecherchen in Medline/EMBASE, The Cochrane Library und anderen Ressourcen fand im November 2007 statt. Die Literaturselektion erfolgte entlang a priori festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien. Alle Schritte der Informationsbeschaffung, Informationsselektion und Informationsbewertung wurden dokumentiert. Die identifizierten Primärpublikationen wurden anhand standardisierter Extraktionsbogen bearbeitet und die methodische Qualität der randomisierten klinischen Studien bewertet.
Ergebnisse: Für die Nutzenbewertung konnten, bezogen auf die Fragestellung, vier randomisierte kontrollierte Studien identifiziert werden. Die analysierten Studien mit guter methodischer Qualität erbringen den patientenrelevanten Nachweis, dass die Erhaltungs- und Bedarfstherapie mit der Wirkstoffkombination aus Budesonid und Formoterol bei Patienten mit nicht kontrolliertem bzw. teilkontrolliertem Asthma bronchiale bei den Zielgrößen "Dauer bis zu einer ersten Exazerbation" und "Reduktion von Häufigkeit und Schweregrad von Exazerbationen" gegenüber den Vergleichsgruppen statistisch signifikant überlegen ist. Für das Therapiekonzept liegt keine Evidenz vor, dass es bei der Kontrolle der Asthmasymptomatik gegenüber den anderen Therapieregimen überlegen ist. Bei einer durchschnittlich geringeren täglichen Einnahme von inhalativen Kortikosteroiden konnte aber eine vergleichsweise klinisch relevante Asthmakontrolle erreicht werden. Das Risiko für erhöhte Nebenwirkungen ist durch das Therapieschema im Vergleich zu den Kombinationstherapien mit konstanter Dosierung gering.
Schlussfolgerungen: Aus den analysierten Studien können keine Rückschlüsse gezogen werden, ob die Erhaltungs- und Bedarfstherapie bei gut kontrollierten und/oder bei Patienten mit geringgradig persistierendem Asthma angewendet werden sollte. Das Therapieschema eignet sich für spezifische Patientengruppen unter ärztlicher Führung, um bei akuter Symptomatik kurzfristig eine gute Asthmakontrolle zu erreichen und einer Exazerbation vorbeugen zu können. Forschungsbedarf besteht im Hinblick auf eine möglicherweise verbesserte Compliance der Patienten und zur Kosteneffektivität des Therapieschemas im Vergleich zur Standardtherapie mit zwei Applikationsgeräten.