Siewe, Noutchangoin Njawe:

HLA-Phänotypfrequenzen bei Patienten mit intrakraniellen Aneurysmen

Duisburg, Essen (2007), 69 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Immunologie
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Neurochirurgie
Grosse-Wilde, Hans (Doktorvater, Betreuerin)
Dissertation
Abstract:
Subarachnoidale Blutungen (SAB) aufgrund eines intrakraniellen Aneurysmas (IA) sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität behaftet. Bei einigen Patienten wird IA jedoch als Zufallsbefund festgestellt. Bei diesen Patienten stellt sich die Frage nach der geeigneten Behandlung, um eine drohende Blutung abzuwenden. Hierbei müssen Blutungsrisiko gegen operatives Risiko abgewogen werden. Daher ist aus klinischer Sicht von größter Bedeutung, einen Marker oder eine Marker-Kombination zu etablieren, durch die Patienten mit hohem Risiko für eine SAB identifiziert werden können. Das gehäufte familiäre Auftreten von IA sowie die Assoziation von IA mit Erkrankungen, die genetisch mitbedingt werden, deuten auf genetische Komponenten in der Ätiopathogenese von IA hin. Diese Komponenten werden von Genorten kodiert, die u.a. auf Chromosom 6p lokalisiert sind. Diese Chromosomen tragen die Genorte des HLA-Systems. Aus Untersuchungen von Patienten mit Bauchaortenaneurysmen ist bereits eine Assoziation zu HLA-Allelen bekannt. Weiterhin vermuten mehrere Studien eine Beziehung zwischen HLA und IA.
Im Rahmen dieser Doktorarbeit wurden mit Hilfe der molekulargenetischen Methode 194 nicht vorselektierte IA-Patienten untersucht. Die Allelfrequenzen der IA-Patienten wurden mit den Allelfrequenzen von 174 Kontrollen verglichen. Signifikant erniedrigte Frequenzen des HLA-DQB1*0603 lagen bei IA-Patienten vor. Bei Patienten mit nicht rupturierten IA waren die Allele HLA-B62, -Cw*16 und -DRB1*07 signifikant erhöht. Das HLA-Cw*06 war signifikant erhöht in der SAB-Patientengruppe.
Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse lassen sich folgende Aufgabenstellungen dieser Doktorarbeit klären: Es ist noch wahrscheinlicher, dass HLA mit IA assoziiert ist; dass bestimmte erworbene Risikofaktoren mit IA assoziiert sind; dass sich die Verteilung von HLA-Merkmalen bei IA-Patienten mit und ohne SAB unterscheidet.
Diese Arbeit lässt die Etablierung einer Marker-Kombination, die den Einfluss von HLA, VEGF, Kollagenen, „Candidate genes“ und NK-Zellrezeptoren u.a. auf IA berücksichtigt, noch wahrscheinlicher erscheinen. Deshalb empfiehlt es sich, Analysen dieser Faktoren bei einer größeren IA-Patientengruppe durchzuführen.

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