Brehm, Daniela:

Ein Polymorphismus der G-Protein Beta-3-Untereinheit als möglicher Risikofaktor symptomatischer koronarer Herzkrankheit : Assoziation des GNB3 825T-Allels mit reduzierter Belastbarkeit und vermehrten Auftreten pectanginöser Beschwerden bei Fahrrad-Belastungs-EKG

Duisburg, Essen (2007), 93 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Kardiologie
Medizinische Fakultät
Wieneke, Heinrich (Doktorvater, Betreuerin)
Siffert, Winfried (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Der C825T-Polymorphismus der G-Protein β3-Untereinheit ist mit Risikofaktoren der Atherosklerose sowie manifesten kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert.

Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob bei Patienten, die sich unter klinischen Verdacht einer Koronaren Herzkrankheit einem Fahrrad-Belastungs-EKG unterzogen, das GNB3 825T-Allel mit klinischer Symptomatik korreliert.

Wir untersuchten eine Stichprobe von 95 Patienten, von denen 41 für das 825C-Allel homozygot waren (CC), 46 heterozygot (CT), und 8 Patienten homozygot für das 825T-Allel (TT).

Nach Auswertung der Untersuchungen und Aufbereitung der Daten ergab die Auswertung mit exakten Trendtests (Jonckheere-Terpstra bzw. Cochrane-Armitage je nach Skalenniveau) eine um im Mittel 10,3% bzw. 11,5% geringere maximale Belastbarkeit in Watt für Träger des T-Allels (Genotyp CT bzw. TT), p=0,0139.
Die Leistungskapazität PWC130 war ebenfalls in Assoziation mit dem T-Allel erniedrigt, p=0,0360.
Auch bestand eine signifikante Zunahme der Häufigkeit und Schwere belastungsinduzierter Angina pectoris mit Vorhandensein des T-Allels (p=0,0201).

Für multiple kardiovaskuläre Risikofaktoren wurde kein signifikanter Trend für die Genotypen beobachtet.

Es konnte somit für diese Stichprobe gezeigt werden, dass das G-Protein β3 825T-Allel signifikant mit reduzierter Leistungsfähigkeit und vermehrter klinischer Symptomatik im Belastungs-EKG assoziiert ist. Diese Ergebnisse unterstützen einerseits die tatsächliche klinische Relevanz dieses Polymorphismus, andererseits erfordern sie weitere prospektive Beobachtungen, ob sich in Kenntnis des Genotyps diagnostische oder therapeutische Empfehlungen ableiten lassen.