Schnell, Michael:

Akzeptanz des Qualifizierungsangebotes Web TV : eine Untersuchung in einem deutschen Telekommunikationsunternehmen

Duisburg, Essen (2008), 228 Bl.
Dissertation / Fach: Erziehungswissenschaften; Soziologie, Sozialwissenschaften
Fakultät für Bildungswissenschaften
Kerres, Michael (Doktorvater, Betreuerin)
Rottmann, Joachim (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
7.5 Summary and recapitulation

The examination presented in this chapter, with its results and derived evalutions thereof, has been developed, because due to the technical advances of the approximatly past 15 years, new computer-based learning offers have become possible, but are not being used as numerously and intensively as desired and as the effort would require.

Again and again you can hear and read about problems of acceptance in connection with so called e-learning offers. The same is true for the developed offer of internal corporate television programmes (business-TV), which has once again advanced in the past years and is now also offered as web-tv and no longer via satellite.

The concrete research objective of this work was to show which factors have a potential to influence (impede or enhance) the frequency by which web-tv is used. Therefore initially a corresponding model of acceptance was developed for this very object of investigation. From this model and the existing findings concerning the acceptance of e-learning offers later resulted the precise factors of acceptance and hypotheses for the conducted examination.

The basis for the examination design was the approach to question a group as large and heterogeneous as possible in order to survey some first comprehensive findings rather than profound ones, because in the already conducted examinations about the acceptance of e-learning offers neither the business-tv nor the web-tv played a major role. For that reason an online survey has been elaborated, in which all the employees could participate.

Since the results have been elaborately evaluated in the prior subchapters, now as closure of this work a conclusion can be made.

Compared with other studies of acceptance in the periphery of e-learning offers, web-tv is apparently connected with smaller problems of acceptance. Only few factors have a negative or even strongly negative effect on the potential acceptance of utilisation. On the other hand only few factors seemed capable to considerably increase the acceptance.

The results concerning the factors of acceptance, which have been compiled on the basis of existing findings from experiences with business-tv, the forerunner of web-tv, are especially surprising, because the factors “live-broadcast” and “host from the company” showed the same pattern as described above (small potential to increase the frequency of utilisation and no impeding effect) and in contrast no strong relevance for the acceptance as previously assumed.

According to the results the contents and themes should be focused upon in the development and production of broadcasts. By means of basic didactic measures, like a detailed survey of demand and the participation of the respective target group in the development and production process, hardly anything should remain in the way of a high acceptance of web-tv.

Furthermore the results substantiate that web-tv is widely accepted as a single learning media (no combination with other learning media is necessary) and can be offered without great didactic effort (cooperation and support offers).

So maybe web-tv even has the potential to gradually introduce learners to more complex computer and multimedia-based learning media and to pave the way to a new culture of learning with a far more distinctly independant and computer supported, cooperative learning.

Zusammenfassung und Schlusswort

Die im diesen Kapitel dargestellte Untersuchung mit ihren Ergebnissen und den abgeleiteten Bewertungen ist entstanden, weil mit dem technischen Fortschritt der letzen ca. 15 Jahre neue computergestützte Lernangebote möglich geworden sind, die häufig noch nicht so zahlreich und intensiv genutzt werden wie es gewünscht ist und der Aufwand bei der Entwicklung und Produktion erforderlich machen.

Immer wieder ist in Verbindung mit den so genannten E-Learning-Angeboten von Akzeptanzproblemen zu hören und zu lesen. Das Gleiche gilt auch für das entstandene Angebot interner Unternehmensfernsehprogramme (Business-TV), welches sich in den letzten Jahren schon wieder weiterentwickelt hat und nun auch als Web-TV nicht mehr über Satellit sondern das Internet angeboten wird.

Welche Faktoren ein Potential haben, die Nutzungshäufigkeit von Web-TV zu beeinflussen (hemmen oder fördern), war das konkrete Forschungsziel dieser Arbeit. Dazu wurde zunächst ein entsprechendes Akzeptanzmodell für den speziellen Untersuchungsgegenstand entwickelt. Aus dem Modell und den bestehenden Erkenntnissen rund um die Akzeptanz von E-Learning-Angeboten ergaben sich dann die konkreten Akzeptanzfaktoren und Hypothesen für die durchgeführte Untersuchung. Dabei war außerdem die spezielle Situation des Unternehmens zu beachten, das dieses Forschungsprojekt durch seine Zusammenarbeit mit ermöglicht hat.

Grundlage für das Forschungsdesign war der Ansatz, eine möglichst große und heterogene Gruppe zu befragen, um eher erste umfassende als in die Tiefe gehende Erkenntnisse zu erheben. Denn in den bereits erfolgten Untersuchungen zur Akzeptanz von E-Learning-Angeboten spielte weder Business-TV noch Web-TV eine größere Rolle. Deshalb wurde eine Online-Befragung ausgearbeitet, an der alle MitarbeiterInnen des Unternehmens teilnehmen konnten.

Nachdem die Ergebnisse und ihre Bewertung ausführlich in den vorangegangenen Teilkapiteln dargestellt worden sind kann nun zum Abschluss dieser Arbeit noch ein Fazit gezogen werden.

Im Vergleich zu anderen Akzeptanzuntersuchungen im Feld von E-Learning-Angeboten, scheint Web-TV mit wesentlich geringeren Akzeptanzproblemen verbunden zu sein. So haben nur wenige Faktoren eine negative oder sogar stark negative Auswirkung auf die potentielle Nutzungsakzeptanz. Auf der anderen Seite zeigten sich allerdings auch nur wenige Faktoren, die deutlich zur Akzeptanzsteigerung beitragen können.

Besonders überraschend sind die Ergebnisse zu den Akzeptanzfaktoren, die auf der Grundlage bestehender Erkenntnisse aus den Erfahrungen mit Business-TV, dem Vorläufer des Web-TV, aufgestellt worden sind. Denn es zeigte sich bei den Faktoren „Live-Sendung“ und „ModeratorenInnen aus dem Unternehmen“ das gleiche Bild wie oben beschrieben (geringes Potential die Nutzungshäufigkeit zu steigern und keine hemmende Wirkung) und dagegen keine starke Bedeutung für die Akzeptanz wie bisher angenommen.

In den Mittelpunkt der Entwicklung und Produktion von Sendungen sollte den Ergebnissen nach die Inhalte und Themen gestellt werden. Mit Hilfe grundlegender didaktischer Maßnahmen wie ausführlicher Bedarfserfassung und der Beteiligung der jeweiligen Zielgruppen am Entwicklungs- und Produktionsprozess sollte einer hohen Akzeptanz von Web-TV kaum noch etwas im Wege stehen.

Außerdem belegen die Ergebnisse, dass Web-TV weitgehend als Einzel-Lernmedium akzeptiert wird (keine Kombination mit anderen Lernmedien und Angeboten nötig) und ohne großen didaktischen Aufwand (Kooperations- und Unterstützungsangebote) angeboten werden kann.

Damit bietet Web-TV vielleicht sogar das Potential Lernende sukzessive an komplexere computergestützte und multimedial gestaltete Lernmedien heranzuführen und den Weg zu einer neuen Lernkultur mit einem wesentlich stärker ausgeprägten selbständigen und computergestützten kooperativen Lernen ebnen zu können.

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