Kosteneffektivität des Einsatzes von Statinen in der medikamentösen Therapie der Hypercholesterinämie - ein Health Techology Assessment

Duisburg, Essen (2007), VIII, 138 Bl.
Dissertation / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften » Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre » Medizinmanagement
Wasem, Jürgen (Doktorvater, Betreuerin)
Zelewski, Stephan (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Fragestellung: Die Hypercholesterinämie wird neben dem Nikotinabusus und Veränderungen im Glukosestoffwechsel als einer der wesentlichen Risikofaktoren für die Ausbildung der Arteriosklerose und damit einhergehender kardiovaskulärer Ereignisse angesehen. Insbesondere die Erhöhung des Gesamtcholesterins als auch des LDL-Cholesterins geht mit einer vermehrten Anzahl kardiovaskulärer Ereignisse einher.
Neue Medikamentenklassen ermöglichen die Senkung von Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin. Eine dieser Medikamentenklassen stellen die Statine dar. Der vorliegende Health Technology Assessment untersucht die Wertigkeit des Einsatzes von Statinen in der Behandlung der Hypercholesterinämie unter Berücksichtigung insbesondere ökonomischer Aspekte.

Methodik: Es wurde eine systematische Datenbankenrecherche durchgeführt, um alle relevanten Publikationen zur Kosteneffektivität des Einsatzes von Statinen in der medikamentösen Therapie der Hypercholesterinämie zu identifizieren. Die Literaturselektion erfolgte anhand a priori definierter Ein- und Ausschlusskriterien. Eine qualitative Beurteilung der identifizierten Publikationsstellen wurde mittels standardisierter Checklisten vorgenommen. Aus den eingeschlossenen Publikationen wurden die relevanten qualitativen Merkmale extrahiert und standardisiert wiedergegeben. Für alle zur Beantwortung der ökonomischen Forschungsfragen wesentlichen Parameter wurde, falls notwendig, eine Währungskonversionen und Inflationsbereinigung vorgenommen.

Ergebnisse: Die in der ökonomischen Evaluation eingeschlossenen Studien zeigten im Rahmen der Primärprävention anhand der Daten von WOSCOPS (West of Scotland Coronary Prevention Study) eine Kosten-Effektivitäts-Relation von 37.013 € pro gewonnenem Lebensjahr. Die Kosten-Effektivitäts-Analysen zur Sekundärprävention ergaben Kosten-Effektivitäts-Relationen von 4.490 € im Rahmen der Modellierung zu LIPS (Lescol Intervention Prevention Study) bis zu 10.313 € pro gewonnenes Lebensjahr mit Bezug auf die Daten von ASCOT-LLA (Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial - Lipid Lowering Arm). Die Kosten-Nutzwert-Analysen zeigten Werte zwischen 4.671 € in der Analyse zu LIPS und 36.238 € pro qualitätsadjustiertem Lebensjahr im Rahmen einer verwendeten Modellvariation zu den Daten von CARE (Cholesterol and Recurrent Events Trial).

Schlussfolgerungen:
Die Kosten-Effektivitäts-Relationen liegen im Rahmen der Studien zur Primärprävention anhand der Daten von WOSCOPS und AFCAPS deutlich über denen der Sekundärprävention. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann auf eine Kosteneffektivität der Statin-Therapie in der Sekundärprävention für die Mehrzahl betroffener Patienten geschlossen werden. In Bezug auf die Primärprävention muss dies eingeschränkt betrachtet und abhängig vom Risiko des Patienten für ein kardiales oder kardiovaskuläres Ereignis beurteilt werden.

Dieser Eintrag ist freigegeben.