Hartmann, Christa E.; Lutz, Barbara M.:

Begabungssensibilität für intellektuell hochbegabte Kinder - Grundlegung eines elementarpädadgogischen Ansatzes

Duisburg, Essen (2007), III, 159 Bl.
Dissertation / Fach: Erziehungswissenschaften
Fakultät für Bildungswissenschaften
Knauf, Tassilo (Doktorvater, Betreuerin)
Fritz-Stratmann, Annemarie (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit weit überdurchschnittlicher, intellektueller Begabung in der Kindheit, d. h. mit dem Zeitraum des Vor- und Grundschulalters. Zu diesem Zweck erhoben und interpretierten die Autorinnen Daten aus der pädagogisch-psychologischen Praxis. Die Entscheidung hinsichtlich des methodischen Vorgehens fiel hierbei auf eine Kombination quantitativer und qualitativer Methoden unter Betonung eines explorativen Vorgehens.
Wert gelegt wurde zudem auf eine Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Forschungssubjekte auf den Forschungsprozess, da beide Autorinnen viele Jahre beruflich im Bereich der Begabungsförderung tätig sind.

Die für die Arbeit notwendige Darstellung der historischen Entwicklung der Hochbegabtenförderung im Allgemeinen und speziell in Deutschland im ersten Teil nimmt sowohl Bezug auf die moralisch ethischen Grundlagen der ersten Fördermaßnahmen in Deutschlang nach dem zweiten Weltkrieg als auch auf die aktuell vorherrschenden Begabungsmodelle und die bildungspolitische Lage zum Zeitpunkt der Datenerhebungen.

Die Datenerhebungen versuchen eine den Ressourcen der Autorinnen gemäße möglichst weit reichende Datenbandbreite zu erzeugen, was den Einbezug verschiedenster Personenkreise – Kinder wie Erwachsene - und den Einsatz sehr unterschiedlicher Erhebungskonzepte – vom Experteninterview bis zur Fotobefragung - bedeutet.

Im Ergebnis kann darauf verwiesen werden, dass die Begleitung und Förderung intellektuell hochbegabter Kinder ein hohes Maß nicht nur an Fachwissen, sondern darüber hinaus an Gespür für die nicht durchschnittliche Lebenslage dieser Kinder und ihrer Familien bedarf. Diese beiden Komponenten zu verbinden erfordert eine breit gefächerte Zuwendung zu der Thematik insgesamt.

Aus der Praxis pädagogisch-psychologischer Arbeit und deren wissenschaftlicher Reflektion ergeben sich erste Überlegungen hinsichtlich eines eigenständigen elementarpädagogischen Ansatzes zu einer gezielt individuelleren Förderung unter besonderer Berücksichtigung der Persönlichkeit hochbegabter Kinder.