Flohr, Birger Götz:

Eine morphologische Untersuchung zur Lokalisation von Calcitonin gene-related peptide- und Substanz P-immunopositiven Nervenstrukturen sowie des Neurokin 1-Rezeptors am menschlichen Kniegewebe

Duisburg, Essen (2007), 95 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Orthopädie
Saxler, G. (Doktorvater, Betreuerin)
Hartmann, M. (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Im Krankheitsverlauf der Osteoarthrose spielen die Neuropeptide CGRP und SP für die ablaufenden entzündlichen Prozesse, den chronisch progredienten Verlauf und die Schmerzsymptomatik eine wesentliche Rolle. Eine immunhistochemische Darstellung dieser Neuropeptide im Gelenkgewebe gibt weiteren Aufschluß über die pathophysiologischen Zusammenhänge.
Verglichen wird intraoperativ gewonnenes Gewebe von Patienten mit Osteoarthrose und Patienten mit innenliegender Knieendoprothese. Innerhalb der zwei Untersuchungsgruppen zeigen sich einige neue Aspekte bezüglich der Pathophysiologie der Osteoarthrose.
Die Studie weist in beiden Gruppen SP- und CGRP immunopositive Strukturen und den NK1-Rezeptor nach. Hauptsächlich befinden sie sich in der synovialen Schicht der Gelenkkapsel. Im Gewebe der Patienten mit Osteoarthrose zeigt sich deutlich mehr Immunprodukt als bei Patienten mit fehlerhafter Knieendoprothese. Die Verteilung von SP, CGRP und NK1-Rezeptor im Meniskusgewebe wird untersucht. Ein gemeinsames Aufreten von Substanz P und NK1- Rezeptor in verhältnismäßiger Konzentration ist nachweisbar.
Erstmalig wird der Rezeptor für die Substanz P, der NK1-Rezeptor, im Gewebe des menschlichen Kniegelenks dargestellt.
Der NK1-Rezeptor lässt sich auf Nervenzellen und dem Endothel von kleinen Blutgefäßen darstellen und gibt Auskunft über den Wirkungsort und die mögliche Wirkungsweise von Substanz P. Das Verteilungsmuster und die Häufigkeit des Immunprodukts im Gewebe unterstützt die zentrale Bedeutung von CGRP und SP für die Pathogenese der Osteoarthrose am Knie.
Die Untersuchung liefert Hinweise dafür, dass möglicherweise eine im Labor artifiziell herbeigeführte Kniegelenkentzündung in Tierversuchen nicht die realen immunhistologischen Bedingungen eines chronisch verlaufenden osteoarthrotischen Prozesses widerspiegelt.
Im Gegensatz zur Hüftendoprothese findet sich im Gewebe von Patienten mit einer innenliegenden Knieendoprothese Immunprodukt.
Die Ergebnisse können Grundlage sein für weitere Untersuchungen mit dem Ziel den schicksalhaften progredienten Verlauf der Arthrosebildung therapeutisch zu beeinflussen. Die Bedeutung der Gelenkkapsel als Matrix für neuropeptid produziernde Nervenzellen muß im Hinblick auf die Konsequenzen für die Operationstechniken weiter untersucht werden.

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