Descher, Elke Sigrid:

Videokoloskopie versus magnetresonanztomographischer Kolonographie ohne Darmreinigung : Vergleich von Patientenakzeptanz und diagnostischer Genauigkeit

Duisburg-Essen (2006), 87 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie
Barkhausen, J. (Doktorvater, Betreuerin)
Gerken, Guido (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Das kolorektale Karzinom ist aufgrund seiner hohen Prävalenz und der Möglichkeit zur Entfernung präkanzeröser Vorstufen sehr gut zur Früherkennung und zur Prävention geeignet. Die Senkung von Inzidenz und Mortalität kann nur bei einer hohen Patientenakzeptanz gegenüber der angebotenen Screening-Maßnahme erreicht werden. Zur Zeit stellt die Video-Koloskopie den „Goldstandard“ zur Darstellung präkanzeröser Veränderungen des Kolons dar. Die erforderliche Darmlavage und eventuell auftretende Schmerzen mit der Notwendigkeit einer Sedierung sind Faktoren für eine unzureichende Patientenakzeptanz. Die nichtinvasive, magnetresonanztomographische Kolonographie hat sich in den letzten Jahren zur Darstellung von Polypen mit einer Größe von über 10 mm als geeignet erwiesen. Zur Steigerung der Akzeptanz erfolgten erste Erfolg versprechende Untersuchungen im fecal-tagging-Verfahren. Bei diesem Verfahren wird versucht, den Stuhl durch eine orale Bariumgabe zu kontrastieren, um auf eine Darmlavage verzichten zu können. Dieses neue Verfahren wurde in dieser Arbeit mit der Video-Koloskopie verglichen bezüglich der diagnostischen Genauigkeit und der Patientenakzeptanz. Der Polypennachweis in der Video-Koloskopie entsprach mit 40,5 % der Prävalenz in einer normalen Bevölkerungsgruppe. In der Magnetresonanztomografie ohne Darmlavage zeigte sich eine Sensitivität zum Nachweis von Polypen von 20,7 %. Der Polypennachweis war stark von der Größe abhängig, für Polypen über 10 mm ergibt sich eine Sensitivität von 66,7 % und für Polypen unter 10 mm von 8,7 %. Die Ursache für die unzureichende Darstellung der Polypen war, dass nur bei 22,2 % der Patienten eine ausreichende Stuhlkontrastierung erreicht werden konnte. Bei der Befragung der Patienten zeigte sich, dass die orale Bariumgabe als ebenso unangenehm eingeschätzt wurde wie das Trinken der Abführlösung. Als Konsequenz dieser Ergebnisse ist es erforderlich, eine zuverlässigere Methode zur Stuhlkontrastierung zu entwickeln, die eine ausreichend genaue Darstellung von Polypen ermöglicht und mit einer besseren Akzeptanz einhergeht. Für die Durchsetzung der Methode wird auch die Beantwortung der Frage entscheidend sein, bis zu welcher Polypengröße im Rahmen eines Screenings die Erkennung und die Abtragung sinnvoll und notwendig ist.

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