Verhalten von vorbehandelten Krankenhausabfällen unter Deponiebedingungen

In: Müll und Abfall, (2005) ; Nr. 3, S. 143-147
ISSN: 0027-2957
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Maschinenbau
Abstract:
Krankenhausspezifische Abfälle werden in Entwicklungs- und Schwellenländern oft nach nur unzureichender Vorbehandlung in Deponie abgelagert. Vor diesem Hintergrund wurde in dem Beitrag untersucht, in welchen Weise eine gemeinsame Ablagerung von sterilisiertem Krankenhausmüll oder der Asche aus der Krankenhausmüllverbrennung mit unbehandelten Hausmüll das Deponieverhalten des Hausmülls beeinflusst. Folgende Erkenntnisse wurden dabei gewonnen: Sterilisierter Krankenhausmüll unterliegt prinzipiell den gleichen biologischen Abbauprozessen wie Hausmüll. Im Vergleich ist allerdings eine niedrigere Gasproduktion zu beobachten. Sterilisierter Krankenhausmüll kann damit ohne Störung der Biologie gemeinsam mit Hausmüll abgelagert werden. Dabei ist bezogen auf die Menge an biologisch abbaubarem Kohlenstoff sogar ein kleiner Beschleunigungseffekt zu beobachten. Asche aus der Verbrennung von Krankenhausmüll enthält keine biologisch abbaubaren Substanzen. In der Mischung mit Hausmüll wird eine bedeutende Verbesserung des Deponieverhaltens von Hausmüll beobachtet. Es kommt zu einer schnelleren Gasproduktion und zu einem früheren Erreichen der Methanphase. Dies wird dem Potential an alkalischen Substanzen in der Asche zugeschrieben. Durch Lösung in Wasser wird der pH-Wert im Sickerwasser im Bereich von pH 5 - 7 gepuffert. Die Milieubedingungen für acetogene und Methanbakterien sind damit wesentlich besser. Dies lässt für die Deponiepraxis eine höhere Gasausbeute, geringer belastetes Sickerwasser sowie eine schnellere Stabilisierung der Deponie mit kürzerer Nachsorgedauer erwarten. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet.