Notwendigkeit und Maßnahmen zur Emissionsminderung bei Altholzfeuerungs-anlagen

In: Entsorgungspraxis, (1996) ; Nr. 11, S. 46 - 48
ISSN: 0724-6870
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Maschinenbau
Abstract:
Aufgrund veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen (Kreislaufwirtschaftsgesetz, TA (Technische Anleitung) Siedlungsabfall) wird sich die Entsorgungssituation für Alt- und Resthölzer verändern. Neben der stofflichen wird auch der energetischen Verwertung eine wesentliche Rolle zukommen. Bisher gibt es nur wenige Anlagen, die 25 % belastete Hölzer (mit Anstrichmitteln, Beschichtungsmaterialien, Holzschutzmitteln, Klebstoffen) mitverbrennen dürfen und dabei einen gemischten Grenzwert aus TA Luft und 17. BImSchV (17. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz) einhalten müssen. Für die zukünftig verstärkte energetische Verwertung belasteter Hölzer (Anteil > 25 %) wird also eine Anlagentechnik benötigt, die den Regelungen der 17. BImSchV in vollem Umfang gerecht wird. Bei deren Entwicklung sollte man sich an der Großfeuerungstechnik (Hausmüllverbrennungsanlagen, Kraftwerke) orientieren und neuere Forschungsergebnisse berücksichtigen. Als Primärmaßnahmen werden dafür der unterstöchiometrische Rostbetrieb in der Primärluftzone, die Zugabe von Zirkulationsgas, die Gestaltung der Sekundärluftzufuhr und die Entstaubung vor dem Kessel, als Sekundärmaßnahmen die SCNR-Technik (SCNR - selective non-catalytic reduction, Eindüsung von Sorptionsmitteln zur selektiven nichtkatalytischen Stickstoffreduktion), die Entstaubung mit Zyklon und das trockene Sorptionsverfahren (Zugabe von basischem Adsorbens zur Verminderung der Emission von HF, HCl, SO2, Hg, Dioxinen und Furanen) als sinnvoll angesehen. Bisherige Untersuchungen zur Verbesserung des Emissionsverhaltens von Holzfeuerungsanlagen müssen praxisnah unter maßstäblich übertragbaren Bedingungen überprüft werden.

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