Opgen-Rhein, Carolin Stephanie:

Stimuluskomplexgrad-abhängige konditionierte Hemmung und latente Inhibition

Duisburg-Essen (2004), 96 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » LVR-Klinikum Essen » Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Gastpar, Markus Theodor (Doktorvater, Betreuerin)
Diehl, Rolf (GutachterIn)
Dissertation, Univ. Diss., 2004
Abstract:
Hintergrund: Latente Inhibition (LI) und Konditionierte Hemmung (conditioned blocking = CB) wurden vielfach zur Erfassung von Aufmerksamkeitsmechanismen im Tiermodell und bei gesunden und psychiatrisch erkrankten Menschen untersucht und dienen in der Grundlagenforschung und bei psychopharmakologischen Fragestellungen als Modell für die Aufmerksamkeitsgenerierung. Fragestellung: Die bisher stets isoliert untersuchten Paradigmen sollten in vorliegender Arbeit in einem gemeinsamen Versuchsdesign erfasst werden, um klinische Untersuchungen defizitärer Bereiche der Aufmerksamkeitssteuerung, z. B. bei schizophrenen Patienten, effizienter durchführen zu können und die Abhängigkeit der Phänomene von der Komplexität der visuellen Reizinformationsmenge zu untersuchen. Methoden: Durchführung eines computergestützten Tests zur visuellen Suche mit 4 unterschiedlichen Reizkomplexitätsgraden unter Li- und CB- Bedingungen bei 30 gesunden Probanden Ergebnisse: Bei Verwendung einfacher Reize ließen sich in der verwendeten Reaktionszeitaufgabe keine Lerneffekte nachweisen. Bei Verwendung von Reizen mittlerer Informationsmenge waren sowohl der LI-Effekt als auch der CB-Effekt demonstrierbar. Bei größerer Reizkomplexität war ein CB-Effekt, jedoch kein LI-Effekt nachweisbar. Bei der Kategorie der höchsten Komplexität fand sich ein statistisch signifikanter LI-Effekt, jedoch kein CB-Effekt. Die Verwendung dieser Reizkategorie als höchste Komplexitätsstufe ist aufgrund der wahrscheinlich distinkten neuronalen Verarbeitungsmechanismen kritisch zu betrachten. Schlussfolgerung: Effekte erlernter Unaufmerksamkeit konnten mit dem vorgestellten Versuchsdesign dargestellt werden. Unterschiede ergeben sich in Abhängigkeit vom Informationsgehalt des Reizmaterials. Der Test bietet ein einfaches und durchführbares Modell z. B. für die Untersuchung von Aufmerksamkeitsdefiziten bei schizophrenen Patienten als reproduzierbares neuropsychologisches klinisches Merkmal und ist für die Untersuchung von Auswirkungen medikamentöser Behandlung auf Aufmerksamkeitsprozesse geeignet.

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