Untersuchungen zum Zusammenhang von nächtlichen Atemstörungen und chronischem Cluster-Kopfschmerz

Dipl. Biol. Kiemen, Andrea

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Einleitung: In der Bevölkerung leiden zwischen 0,1–0,4% an Cluster-Kopfschmerzen (C-KS) mit zum Teil täglichen Attacken, die vielfach im Schlaf auftreten. Eine der häufigsten Schlaf-bezogenen Erkrankungen mit einer Prävalenz von 3-4% ist das Schlafapnoe-Syndrom (SAS). Ergebnisse einer Studie an 37 Patienten mit episodischen C-KS zeigte, dass diese Patienten etwa 8mal häufiger von einem SAS betroffen waren als die Kontrollgruppe. Positive Effekte einer CPAP-Therapie zur Behandlung des SAS auf die Häufigkeit und Schwere von C-KS sind in Fallberichten beschrieben, es wurden jedoch keine systematischen prospektiven Studien durchgeführt.
Fragestellung: Die aktuelle Studie ermittelt die Häufigkeit eines SAS bei Patienten mit chronischem C-KS mittels Berlin-Fragebogen (B-FB), einem validierten Fragebogen mit Spezifität von .89 und Sensitivität von .77 bei Apnoe-/Hypopnoe-Index >5 (Netzer et al. 1999. SAS Verdacht wird polysomnographisch überprüft und die Auswirkungen einer SAS Behandlungstherapie auf die CKS-Symptomatik werden ermittelt. Methodik: An 34 Patienten mit Diagnose chronischer C-KS >1 Jahr wurde der B-FB erhoben, der die wichtigsten SAS-Symptome befragt: Schnarchverhalten und Atempausen, Tagesschläfrigkeit, Bluthochdruck und Übergewicht. Des Weiteren wurden Kopfschmerztagebücher mit Angaben zur Attackenstärke, -dauer, -zeit plus weitere Skalen erhoben: Epworth Sleepiness Scale (ESS), MOS sleep scale (MOS-SS), SCL-90-R, Beck Depressions Inventar (BDI-II) und SF-36.
Ergebnisse: 62% der Patienten (n=21) zeigten ein positives Ergebnis im B-FB, d.h. haben einen Verdacht auf SAS, 38% waren B-FB negativ (n=13). Die Gruppe der B-FB positiven Patienten unterscheidet sich im Schlafproblemindex der MOS-sleep scale signifikant von den B-FB negativen (p=.014; 59,3 +/- 18,9 vs. 40,8 +/- 21,9).
Beide Gruppen unterscheiden sich signifikant im BMI (p=.003; 28,3 +/- 3,9 vs. 24,3 +/- 2,8).
Ein Vergleich beider Patientengruppen bezüglich Clusterattackenintensität (Stärke * Dauer) zeigt keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Berechnungen mit Kontrolle für BMI zeigen eine erhöhte Anzahl der Attacken nachts in der B-FB positiv Gruppe (p=0,033). Es zeigen sich keine Unterschiede auf Tagesmüdigkeit (ESS), bei der psychischen Beeinträchtigung in den SCL-90-Parametern oder in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-36). Von 14 polysomnographisch untersuchten Patienten wurde bei 8 ein obstruktives SAS festgestellt. Die Behandlung mit CPAP führte bei einem Patienten zur fast vollständigen Remission der Attacken, leichte Verbesserungen in der Attackenintensität und -dauer zeigten sich bei einem zweiten Patienten, keine Verbesserung bei einem weiteren Patienten. Fünf Patienten brachen die Behandlung mit CPAP ab. Zusammenfassung: Die Ergebnisse ergeben den Hinweis, dass Patienten mit chronischen Clusterkopfschmerzen ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Eine CPAP Behandlung über Vollgesichtsmaske ist für viele chronische Cluster-Kopfschmerzpatienten schwer tolerierbar.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 612 Physiologie des Menschen » 612.2 Atmung
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 616 Krankheiten » 616.04 Spezielle gesundheitliche Beschwerden
Stichwörter:
Clusterkopfschmerz, Schlafapnoe
Beitragende:
Priv.-Doz. Dr. med. (KAS) Katsarava, Zaza [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Prof. Dr. Teschler, Helmut [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
11.09.2012
Dokument erstellt am:
15.11.2012
Promotionsantrag am:
02.04.2012
Dateien geändert am:
15.11.2012
Medientyp:
Text