Strukturelle und phylogenetische Analyse des Parvulins NmPin aus Nitrosopumilus maritimus

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Der cis/trans-Übergang von Xaa-Pro-Peptidbindungen benötigt bei moderaten Temperaturen einer Katalyse. Die Proteine, welche für diese Katalyse zuständig sind, die Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerasen (PPIasen) werden in drei sich in Primärsequenz, Sekundärstruktur und Funktionsweise unterscheidende Proteinfamilien eingeteilt. Zwei dieser Familien werden aufgrund ihrer Interaktion mit Immunsuppressiva als Immunophiline bezeichnet; die Cyclophiline binden Cyclosporin A, die FKBP (FK506 Bindeproteine) Tacrolimus.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der dritten PPIase-Familie, den Parvulinen. Der bestuntersuchte Vertreter dieser Familie hPin1 ist sowohl beteiligt an der Ausbildung neurodegenerativer Erkrankungen, wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson, als auch am Alterungsprozess und der Entstehung zahlreicher Tumorarten. Trotz einer Vielzahl struktureller Studien, an Parvulinen aus Eukarya, Bacteria und Fungi, blieb der Mechanismus der Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerisierung durch die Parvuline ungeklärt. Im letzten Jahrzehnt stieg die Zahl gelöster archaealer Genome sprunghaft an und einige dieser Genome trugen auch Parvuline des Par10-Typ (single domain Parvulin). Um einen Beitrag zur Auflösung des Isomerisierungsmechanismus der PPIC-Typ-PPIasen zu leisten wurde das Parvulin des einzigen kultivierbaren Archaeen welcher ein Parvulingen codiert, Nitrosopumilus maritimus, für diese Arbeit gewählt.
Es konnte gezeigt werden, dass die archaealen und bakteriellen sdPar, sowohl durch phylogenetische Ansätze, als auch durch Experimente maschinellen Lernens voneinander unterschieden werden können. Des Weiteren wurde klar, dass die archaealen Parvuline ein echtes, „urtümliches“ Phylum darstellen und nicht etwa durch horizontalen Gentransfer aus Bacteria entstanden sind. Die verwendete Maximum Likelihood-Phylogenie lieferte in Kombination mit dem genetischen Hintergrund des archaealen Parvulingens sehr brauchbare evolutionäre Information. Die Datenbankanalysen ergaben zudem eine Korrelation zwischen hohen Lebensraumtemperaturen und geringen PPIase-Repertoire. Die NMR-Struktur von NmPin, mit einer Auflösung über alle Atome von 0,80 Å, wies das typische β3αβα2β-Parvulinfaltungsmuster, sowie ein, in früheren Studien bereits für Par14 und PrsA gezeigtes, Ladungsnetzwerk im aktiven Zentrum auf. Untersuchungen des elektrostatischen Potentials zeigten, das NmPin über eine positive geladene Interaktionsfläche verfügt, in deren Mitte ein reduziertes Cystein sitzt. Diese Beobachtung, sowie die Vorhersage eine möglichen Palmitylierung dieses Cysteins und immunobiochemische Experimente mit N. maritimus-Lysat, wiesen darauf hin, dass NmPin ein Membranprotein sein könnte.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Biologie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
500 Naturwissenschaften und Mathematik » 570 Biowissenschaften; Biologie » 570 Biowissenschaften; Biologie
Stichwörter:
Archaea, Parvulin, Membran
Beitragende:
Prof. Dr. Bayer, Peter [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. Stoll, Raphael [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
25.09.2012
Dokument erstellt am:
17.10.2012
Promotionsantrag am:
06.06.2012
Dateien geändert am:
17.10.2012
Medientyp:
Text