Report Nr. 41 - Die globalen Währungs- und Finanzmärkte nach der Asienkrise:

Reformbedarf und politische Hemmnisse

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Im Herbst des Jahres 1999, zwei Jahre nach Beginn der Asienkrise, sind deutliche Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs zu verzeichnen. Vor allem Südkorea und Thailand erholen sich relativ rasch, während eine Überwindung der Krise in Indonesien gegenwärtig noch nicht erkennbar ist. Die Asienkrise, vom amerikanischen Präsidenten als größte Wirtschaftskrise seit 1945 bezeichnet, hat die strukturellen Fehlentwicklungen in der Weltwirtschaft deutlich gemacht. Am Beispiel der Asienkrise wird klar, in welchen Bereichen die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung besondere Defizite aufweist. In diesem lNEF-Report werden vor allem drei Punkte untersucht: Ein Rückblick auf die Asienkrise, die wichtigsten Problemfelder der Währungs- und Finanzmärkte sowie Chancen und Grenzen von Reformen. Die Analyse der Asienkrise zeigt, daß sie nicht vorwiegend von den Ländern selbst verursacht war, sondern in erster Linie auf extreme Gründe zurückzuführen ist. Es wird deutlich, daß vor allem politische Hemmnisse einer Reform der Weltfinanzordnung entgegenstehen. Insbesondere in den USA ist die Bereitschaft zu einer Neuordnung der Finanzmärkte kaum vorhanden, nicht zuletzt deshalb, weil amerikanische Akteure am stärksten von der gegenwärtigen Ordnung profitieren. Trotzdem können sich Entwicklungs- und Schwellenländer durch Maßnahmen der nationalen Wirtschaftspolitik vor Finanzkrisen schützen. Eine zentrale Frage dieses INEF-Reports ist die Untersuchung des Verhältnisses der USA und der EU vor dem Hintergrund einer möglichen Finanzkrise in Amerika. Die beiden bedeutendsten Akteure der Weltwirtschaft vernachlässigen ihre Kooperation und laufen Gefahr, in einen schleichenden Konflikt zu geraten. Dafür verantwortlich ist nicht nur der amerikanische Unilateralismus und die damit einhergehende “hegemoniale Illusion”, in der sich die USA gegenwärtig befinden. Ebenso wie die USA ihre Bedeutung im Moment stark überschätzen, versäumt die EU die entschlossene Formulierung eigener Positionen. Die Entwicklung einer stimmigen Außenwirtschaftspolitik, die auch gegenüber den USA konsequent vorgetragen wird, ist eines der drängendsten Probleme europäischer Außenpolitik. Ein Element dieser Strategie könnte die Verlagerung des IWF-Sitzes von Washington in die Eurozone, z.B. nach Paris, sein.
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Dokumententyp:
Veranstaltungen, Tagungen, Ereignisse » Projektbericht, Report, sonstiger Bericht
Fakultät / Institut:
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften » Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Dewey Dezimal-Klassifikation:
300 Sozialwissenschaften » 320 Politik
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
E-Publikationen / Dokument veröffentlicht
Dateien geändert am:
17.01.2012
Medientyp:
Text