Report Nr. 82 - Realitäten der Quasi-Staatlichkeit :
zur politischen Ökonomie alternativer Herrschaftsordnungen
Dipl.-Pol. Hahn, Andreas
In: INEF-Report » 2006: Nr. 80 - 84
Dateibereich 29211
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Es ist oft von Staaten die Rede, die lediglich über partielle Staatlichkeit verfügen
und nicht an moderne Leistungskriterien von Staatlichkeit herankommen.
Diese Abweichung vom Ideal des strong state ist Ausdruck alternativer
Ordnungsbildung, die oft auf Tradition und Patrimonialismus basiert. In
manchen Fällen können diese traditionale Ordnungsformen zusammen mit
dem, was man als gewaltökonomische Reproduktion bezeichnen kann,
koexistieren: nur durch die Einbindung in schattenökonomische Netzwerke
gelingt es diesen Ordnungen, sich zu finanzieren und dem Krieg den Charakter
eines low-intensity-conflicts zu geben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die
Schwäche des Staates. Alternative patrimoniale Ordnungsformen sind zwar in
der Lage, Frieden – meist im negativen Sinne – zu gewährleisten, allerdings nur
dann, wenn die einzelnen Akteure nicht den Verlockungen jener globalisierten
Vermarktungsmöglichkeiten ausgesetzt sind, die die rentenbasierte und
unproduktive Alimentation derselben ermöglichen. Diese problematische
Konstellation lässt sich indes im Rahmen der Entwicklungspolitik nur auflösen,
wenn man Ursachen genügend differenziert und Konsequenzen auslotet.
Lesezeichen:
Dokumententyp:
Veranstaltungen, Tagungen, Ereignisse » Projektbericht, Report, sonstiger Bericht
Fakultät / Institut:
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften » Institut für Entwicklung und Frieden
Dewey Dezimal-Klassifikation:
300 Sozialwissenschaften » 320 Politik
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
E-Publikationen / Dokument veröffentlicht
Dateien geändert am:
06.01.2012
Medientyp:
Text
