Report Nr. 93 - Die umstrittene Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit
Prof. em. Dr. Nuscheler, Franz
In: INEF-Report » 2008: Nr. 93 - 95
Dateibereich 29186
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| report93.pdf | 04.01.2012 15:32:51 | 1,04 MB |
Zu Beginn des neuen Millenniums, das die Staatengemeinschaft mit den ambitionierten
Millennium‐Entwicklungszielen zur Verminderung aller Formen der extremen Armut
einleitete, steht die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) unter heftigerer
wissenschaftlicher und medialer Kritik als jemals zuvor. Die Bankrotterklärungen häuften sich
und erschütterten Forschungen, durch massive Kapitalspritzen (Big Push) das Armutsproblem
zu überwinden. Ökonomische Untersuchungen haben mit einem großen Datenaufwand ihre
Wirksamkeit in Frage gestellt, vor allem dort, wo im Gefolge schlechter Regierungsführung und
Korruption die externen Subsidien eher Fehlentwicklungen verstärken. Die Kritik nahm aber
zunehmend auch Organisationsdefizite innerhalb der Gebergemeinschaft und die teuren
Entwicklungsbürokratien ins Visier. Die OECD‐Länder versuchten dieser aus dem Süden
verstärkten Kritik durch mehrere Reforminitiativen zu begegnen, die erstens auf eine stärkere
Koordinierung und Harmonisierung ihrer Hilfsangebote, zweitens auf eine stärkere Beteiligung
der Zielgruppen bei der Planung und Durchführung von Projekten und Programmen
(„ownership“) abzielten. Auf beiden Seiten sind radikale Struktur‐ und Organisationsreformen
notwendig, um die Wirksamkeit der EZ zu verbessern.
Lesezeichen:
Dokumententyp:
Veranstaltungen, Tagungen, Ereignisse » Projektbericht, Report, sonstiger Bericht
Fakultät / Institut:
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften » Institut für Entwicklung und Frieden
Dewey Dezimal-Klassifikation:
300 Sozialwissenschaften » 320 Politik
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
E-Publikationen / Dokument veröffentlicht
Dateien geändert am:
04.01.2012
Medientyp:
Text
