Wie nutzen allogen stammzelltransplantierte Patienten das Internet im Kontext der Erkrankung und Behandlung?

Dr. rer. medic. Röttger, Klaus F.

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Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die erkrankungsbezogene Internetnutzung von allogen stammzelltransplantierten Patienten in der Zeit der ambulanten Nachsorge zu eruieren, um Erkenntnisse über das Nutzerverhalten, recherchierte Inhalte, Auswirkungen der Internetnutzung aus Patientensicht, Aspekte der Arzt-Patient-Kommunikation und ggf. Hinweise auf neue Kommunikationsmöglichkeiten zu gewinnen.
Im Rahmen einer schriftlichen Befragung mit 110 Items wurden 145 Fragebogensets ausgegeben. Die Responserate betrug 84,1%, auswertbar waren 117 Fragebögen. Von den Studienteilnehmern nutzten 85 (72,6%) das Internet auch erkrankungsbezogen. 77,6% davon haben seit mehr als fünf Jahren Internetzugang, 91,8% fühlen sich vertraut bis sehr vertraut im Umgang mit dem Medium und 62,4% sind täglich online. Die Teilnehmer der Stichprobe sind im Vergleich zu Krebs- oder Leukämiekranken im Mittel über 20 Jahre jünger und die Internetnutzung liegt bei den Männern um 21,4% und bei den Frauen um 30% über den Vergleichsdaten der ARD/ZDF-Onlinestudie 2009.
Von jüngeren Befragten, denjenigen mit höherem Bildungsgrad sowie in der Zeit 13 bis 60 Monate nach allogener Stammzelltransplantation wird das Internet besonders intensiv genutzt. Die Signifikanz der Zusammenhänge der erkrankungsbezogenen Internetnutzung mit sozialdemografischen, medizinischen und psychometrischen Daten („F-sozU K 22“, „KKG“, „SOC-13“ und „SF-12“) wurde im Hinblick auf einzelne Recherchethemen ermittelt und stellt sich differenziert dar. Vorrangig werden Informationen zur Themengruppe „Erkrankung und Behandlung“ gesucht. Bemerkenswert ist, dass die Suche nach Erfahrungsberichten an sechster Stelle rangiert und dass der am zweithäufigsten genannte Einstieg in das Internet über die Homepage einer Klinik erfolgt. Die Nutzung des Internets als Informationsquelle rangiert knapp vor den kommunikativen Funktionen des Mediums, aber das Empfangen und Schreiben von E-Mails ist die am häufigsten genutzte Einzelfunktion. Die geringste Nutzung erfahren die interaktiven Funktionen. Eine intensivere Internetnutzung ist eher, aber nicht signifikant häufiger, mit besser bewerteter Art der Arzt-Patient-Kommunikation verbunden. Infolge der Internetnutzung suchen die Patienten am ehesten das Gespräch mit dem Arzt über Fragen der Behandlung und über die im Internet gefundenen Informationen. Die Verunsicherung wird eher niedrig bis mittelmäßig, der Nutzen für die Krankheitsbewältigung eher höher eingeschätzt. Mit Abstand am häufigsten wünschen sich die Befragten mehr Informationen bezüglich der Langzeitfolgen einer allogenen Stammzelltransplantation.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 610 Medizin und Gesundheit
Stichwörter:
Internetnutzung, Leukämie, hämatologische Erkrankung, Krebs, Stammzelltransplantation, Arzt-Patient-Kommunikation
Beitragende:
Prof. Dr. med. Senf, Wolfgang [Betreuer(in), Doktorvater]
Dr. med. Bauer, Sebastian [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
22.02.2011
Dokument erstellt am:
04.03.2011
Promotionsantrag am:
01.06.2010
Dateien geändert am:
04.03.2011
Medientyp:
Text