Beobachter gestützte Fehlererkennung in nichtlinearen Systemen
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Das Interesse an Fehlerdetektion und -isolation (FDI) in nichtlinearen Systemen hat, aufgrund
der Tatsache das die meisten Systeme in der Praxis nichtlinearer Natur sind, in den letzten Jahre
signifikant zugenommen. Es existiert eine gewisse Anzahl von Techniken zur Fehlerdetektion, von
denen die Beobachter basierten am weitesten verbreitet und untersucht sind. Des Weiteren hat sich
diese Technik als effizient zur Fehlerdetektion erwiesen. In einem typischen Beobachter basierten
FDI-Schema wird die Fehlerdetektion in zwei Schritten durchgeführt: erstens Residuengenerierung
und zweitens Residuenevaluierung. Der Zweck der Residuengenerierung ist das Erzeugen der so
genannten Residuensignale durch Vergleich des (gemessenen) Prozessausgangs mit seiner, vom
Beobachter berechneten, Schätzung, welche hierbei das Ausgangssignal eines fehlerfreien Modells
darstellt. Das so generierte Residuensignal sollte im Idealfall nur Informationen über auftretende
Fehler tragen. Für den fehlerfreien Fall sollte das Signal zu null werden, jedoch ist das Residuensignal,
bedingt durch unbekannte Eingänge wie Prozessstörungen, Messrauschen und nicht relevante Fehler,
meist auch für den fehlerfreien Betrieb des Prozesses nicht null. Um auch für den Fall, dass
Modellunsicherheiten und unbekannte Eingänge vorhanden sind in der Lage zu sein
Fehlerinformationen zu extrahieren muss weiterer Aufwand getrieben werden, der Schritt der
Residuenevaluierung dient diesem Ziel. In diesem Schritt wird eine Funktion des Residuensignals
(Evaluierungsfunktion) mit einer Grenze (Schwellwert), welche alle möglichen unbekannten
Eingänge und Modellunsicherheiten berücksichtigt, verglichen. Beim Überschreiten dieses
Schwellwerts wird ein Alarm generiert der somit das Auftreten eines Fehlers signalisiert. Die Wahl
eines geeigneten Schwellwerts ist eine der kritischen Aufgaben bei der Fehlerdetektion. Die Güte
eines typischen Fehlerdetektionssystems wird entscheidend über den Schwellwert beeinflusst. Falls
dieser zu klein gewählt wird können unbekannte Eingänge des Prozesses dazu führen, dass die
Evaluierungsfunktion den Grenzwert überschreitet und somit einen Fehlarm auslöst. Anders herum
führt ein zu hoch gewählter Schwellwert zu einer Erhöhung der nicht detektierten Fehler.
In dieser Arbeit werden neuartige Methoden zum Entwurf von Beobachter basierten
Residuengeneratoren (Fehlerdetektions-Filtern) und Schwellwertberechnungs-Schemata für
nichtlineare Systeme mit Modellunsicherheiten unter dem Einfluss von unbekannten Eingängen
gezeigt. Die Herausforderung beim Entwurf von Fehlerdetektions-Filtern ist das Erreichen möglichst
großer Robustheit gegenüber unbekannten Systemeingängen bei gleichzeitig ausreichender Sensitivität
gegenüber zu detektierenden Fehlern. Unter Benutzung der Werkzeuge der Spieltheorie und
Dissipationsungleichungen werden in dieser Arbeit drei Arten von Fehlerdetektions-Filtern gezeigt.
Diese Filter werden mit den jeweiligen Zielen entworfen, die Sensitivität der Residuensignale
gegenüber Fehlern zu erhöhen, Robustheit gegenüber unbekannten Eingängen zu schaffen und das
gleichzeitige Erreichen der hohen Sensitivität gegenüber Fehlern bei gleichzeitig hoher Robustheit
gegenüber unbekannten Eingängen. Ähnlich dazu sind auch die Ziele beim Entwurf der
Schwellwertberechnungs-Schemata formuliert, hier gilt es die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen zu
minimieren und gleichzeitig die Erkennung kleiner Fehler zu maximieren um die Güte des
Fehlerdetektionssystems zu verbessern. Zu diesem Zweck werden verschiedene Arten von konstanten,
adaptiven und dynamischen Schwellwerten für nichtlineare Systeme vorgestellt. Zum Entwurf von
konstanten Schwellwerten wird einer Signalnorm basiertes Rahmenwerk vorgestellt. Unter Benutzung
von Werkzeugen aus der Theorie der robusten Regelung und linearer Matrixungleichungen werden
Algorithmen für die verschiedenen Arten von Schwellwerten hergeleitet. Zum Entwurf von
dynamischen Schwellwerten wird ein auf der Bildung einer Ungleichung des Betrags des
Residuensignals basierendes dynamisches System vorgestellt. Dieses System nutzt die Information
über den momentanen Wert der Stellgröße und die Werte der Beschränkung der Modellunsicherheiten
und unbekannten Eingänge und berechnet einen entsprechenden variablen Schwellwert. Der so
generierte Schwellwert passt sich dem Residuensignal im fehlerfreien Fall so gut wie möglich an.
Die in dieser Arbeit gezeigten Fehlerdetektions Methoden werden in Form von direkt
implementierbaren Algorithmen angegeben. Dies zeigt das die vorgeschlagenen Schemata die
problemlose Implementierung auf Digitalrechnern erlauben und benutzerorientiert sind.
Die gezeigten Algorithmen werden in den entsprechenden Kapiteln anhand von numerischen
Beispielen getestet. Des Weiteren ist die Verwendung der Algorithmen an den geläufigen
Beispielprozessen Drei-Tank-System (DTS200) und inversem Pendel (LIP100) gezeigt um deren
Nutzen und Anwendbarkeit zu zeigen.
Lesezeichen:
Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Ingenieurwissenschaften - Campus Duisburg » Abteilung Elektrotechnik und Informationstechnik
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 620 Ingenieurwissenschaften » 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Stichwörter:
Fault detection, Nonlinear systems, observers, discrete-time
Beitragende:
Prof. Dr.-Ing. Ding, Steven X. [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Sauter, Dominique [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Prof. Sauter, Dominique [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Englisch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
13.12.2010
Promotionsantrag am:
06.09.2010
Dateien geändert am:
14.01.2011
Medientyp:
Text
