Perkutane, transfemorale Aortenklappenimplantation mittels einer ballonexpandierbaren Bioprothese

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Einleitung und Methoden:
Der chirurgische Aortenklappenersatz stellt aktuell für die Therapie der degenerativen Aortenklappenstenose den Goldstandard dar. Aufgrund von Begleiterkrankungen und hiermit verbundenem hohem Risiko für eine offene Operation, wird jedoch bis zu ein Drittel der Patienten von den Chirurgen abgelehnt. Bis vor kurzem stand diesen Patienten eine lebensverlängernde Therapiealternative nicht zur Verfügung. Mit der Weiterentwicklung der Katheter- und Stenttechnologie wurde die kathetergestützte Aortenklappenimplantation ermöglicht. Am Westdeutschen Herzzentrum Essen wurde 2005 von Sack et al. die erste kathetergeführte ballonexpandierbare Aortenklappe in Deutschland implantiert. In der vorliegenden Dissertationsschrift wird von den Erfahrungen sowie den kurz- und mittelfristigen Ergebnissen der ersten 45 Patienten berichtet, die über den retrograden Zugangsweg eine ballonexpandierbare Stentprothese erhalten haben. Alle Patienten (Alter: 79 ± 5) wurden von den Chirurgen wegen Begleiterkrankungen und zu hohem Operationsrisiko (logistischer EuroSCORE: 21 ± 12) abgelehnt.

Ergebnisse:
Sämtliche Implantationen der Aortenklappe verliefen erfolgreich. Die echokardiographische Klappenöffnungsfläche wurde deutlich von 0,60 ± 0,18 cm² auf 1,52 ± 0,30 cm² gesteigert und blieb im Follow-Up Zeitraum über sechs Monate auf konstantem Niveau. In den ersten 30 Tagen nach Implantation verstarben vier (9%) Patienten. Nach drei und sechs Monaten verzeichneten wir eine Mortalität von 11 bzw. 13 %; die 1-Jahres- Überlebenswahrscheinlichkeit beträgt 77 %. Bei nahezu einem Drittel (31%) der Patienten traten Gefäßkomplikationen auf, die jedoch alle erfolgreich interventionell oder gefäßchirurgisch behandelt werden konnten. Eine hoch signifikante Verbesserung der New York Heart Association-Klassifikation von III (Median) auf I (Median) nach drei Monaten wurde ebenso wie eine hoch signifikante Abnahme des Herzthoraxquotienten beobachtet. Auch die subjektiv empfundene Lebensqualität verbesserte sich in Übereinstimmung mit den klinischen Ergebnissen.

Diskussion:
Unsere Befunde und Erfahrungen belegen, dass bei älteren, inoperablen Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose die kathetergeführte Aortenklappenimplantation eine neue und viel versprechende Möglichkeit darstellt, eine Klappe in aortaler Position zu implantieren. Die Mortalität in unserem Kollektiv ist deutlich geringer als bei alleiniger medikamentöser Therapie und ist den Mortalitätsdaten des chirurgischen Aortenklappenersatzes bei Hoch-Risiko Patienten nicht unterlegen. Die mittel- und langfristige Sterblichkeit hängt vermutlich in erster Linie von den Begleiterkrankungen und nicht von den Folgen der Aortenklappenstenose und konsekutiven Prothesenimplantation ab. Um Komplikationen zu vermeiden, ist ein sorgfältiges Screening der Patienten nötig. Die Gefäßkomplikationen, die momentan die häufigste Komplikationsursache darstellen, sind eng mit dem Durchmesser des Kathetersystems verknüpft und sollten zukünftig bei Miniaturisierung des Systems deutlich abnehmen.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Kardiologie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 617 Chirurgie und verwandte medizinische Fachrichtungen
Stichwörter:
Kathetergeführte Aortenklappenimplantation, Aortenklappenstenose, Hochrisiko Patienten
Beitragende:
PD Prof. Dr. Sack, Stefan [Betreuer(in), Doktorvater]
PD Dr. med. Thielmann, Matthias Klaus [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
16.09.2010
Dokument erstellt am:
03.12.2010
Promotionsantrag am:
21.12.2009
Dateien geändert am:
03.12.2010
Medientyp:
Text