Die Fähigkeit zur Aufmerksamkeitsfokussierung bei Zweitklässlern unter besonderer Berücksichtigung wiederkehrender Schmerzerfahrungen

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Dissertation_Susanne_Haertig.pdf11.01.2010 20:08:40811,7 KB
Schmerz ist ein zunehmend häufiger berichtetes Symptom bei Kindern und Jugendlichen. Diesem Aspekt wird in letzter Zeit in epidemiologischen Studien viel Beachtung geschenkt. Besonders Kopf- und Bauchschmerzen werden von Kindern und Jugendlichen häufig an-gegeben. Aufmerksamkeit, als eine Basisfunktion, wird durch Schmerzen beeinflusst. Zum einen kann Aufmerksamkeit eine vom Schmerz ablenkende Funktion haben, zum anderen kann aber auch Schmerz eine störende Funktion auf Aufmerksamkeitsleistungen haben. Dieser Aspekt wurde in vielen Studien an Erwachsenen untersucht. Bei Patienten mit chronischen Schmerzen konnte häufig die störende Funktion von Schmerz auf Aufmerk-samkeitsleistungen nachgewiesen werden. Studien an Kindern mit Schmerzerfahrungen sind im Gegensatz dazu kaum vorzufinden. Gerade hier kann jedoch eine Störung der Aufmerksamkeit durch Schmerzen einen negativen Einfluss auf die Entwicklung nehmen. In dem, dieser Arbeit zugrunde liegendem Projekt, „Kognitive Vulnerabilität durch Interfe-renzen“ soll unter anderem dieser Aspekt näher betrachtet werden. Dieser Arbeit nimmt ausführlich die Fähigkeit zur Aufmerksamkeitsfokussierung und die Interferenzneigung bei Zweitklässlern unter Berücksichtigung der Schmerzerfahrung in den Fokus. Insgesamt nahmen 180 Zweitklässler an der experimentellen Untersuchung teil. Die Fä-higkeit zur Aufmerksamkeitsfokussierung und die Interferenzneigung wurden mittels des Untertests Inkompatibilität aus der Testbatterie für Aufmerksamkeitsprüfung von Fimm und Zimmermann (2002) gemessen. Die deskriptive Analyse aller Zweitklässler ergab, dass in den inkompatiblen Reizbedin-gungen die Reaktionszeit signifikant schneller war und signifikant mehr Fehler gemacht wurden. Das Alter hat keinen Einfluss auf die Leistungsgeschwindigkeit und Leistungsgü-te, wohingegen das Geschlecht einen signifikanten Einfluss auf die Standardabweichung und die Parameter der Leistungsgüte aufweist. Zur Untersuchung des Einflusses der Schmerzerfahrung auf die Testleistung wurden die Kinder nach Alter und Geschlecht parallelisiert. Insgesamt gehören 61 Kinder in jede Gruppe. Es konnten nur wenige Effekte von Schmerzen auf die Testleistungen gefunden werden. Die Schmerzlokalisation ergab keinen Effekt auf die Testleistung. Es zeigt sich jedoch, dass sich Schmerzen bei Jungen und Mädchen in mindestens einem Parameter unterschiedlich auf die Testleistung auswirken. Augrund der Ergebnisse sollte dem Aspekt des Einflusses von Schmerzen auf Aufmerk-samkeitsleistungen, besonders hier auftretenden geschlechtspezifischen Unterschieden, in Zukunft mehr Beachtung geschenkt werden.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Neurologie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 610 Medizin und Gesundheit
Beitragende:
Univ.-Prof. Dr. med. Diener, Hans Christoph [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. rer biol. hum. Dipl.-Psych. Schedlowski, Manfred [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
01.12.2009
Dokument erstellt am:
20.01.2010
Promotionsantrag am:
08.06.2009
Dateien geändert am:
27.02.2013
Medientyp:
Text