Welche Rolle spielt das Kleinhirn in der Pathogenese von psychiatrischen Erkrankungsbildern? Vergleichende Untersuchung von Betroffenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom und fokalen Kleinhirnerkrankungen

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Neben Verhaltensauffälligkeiten zeigen Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auch motorische Defizite, die häufig als Ungeschicklichkeit (engl.: “Clumsiness”) beschrieben werden. Bildgebungsstudien haben strukturelle Abnormitäten des Kleinhirns bei ADHS beschrieben. Ungeklärt ist bisher, welche Rolle das Kleinhirn in der Pathogenese der ADHS spielt. Dies führte zur Fragestellung, ob die motorischen Defizite von Patienten mit ADHS denen von Patienten mit Kleinhirnläsionen ähneln und, ob sie in Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen des Kleinhirns stehen. Kinder mit der Diagnose ADHS, entsprechend den Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV), wurden mit Kindern mit chronischen chirurgischen Kleinhirnläsionen und gesunden Kontrollen verglichen. Ein Bewegungskoordinationstest (Körperkoordinationstest für Kinder; KTK) erfasste Unterschiede in der motorischen Entwicklung. Stand- und Gangfunktionen wurden mit Hilfe von dynamischer Posturographie, Ganganalyse und Treten mit vorgegebener Frequenz untersucht. Kleinhirn- und Großhirnvolumina wurden anhand dreidimensionaler magnetresonanz- topographischer (3D MRT) Aufnahmen bestimmt. Wie erwartet zeigten Kinder mit cerebellären Läsionen im Vergleich zu Kontrollen signifikante Leistungsdefizite bei allen Aufgaben, besonders im Bewegungskoordinationstest und beim Treten mit vorgegebener Frequenz. Patienten mit ADHS zeigten Auffälligkeiten im Subtest “Rückwärtsbalancieren” des Bewegungskoordinationstests und bei der dynamischen Posturographie. Sie zeigten zudem leichte Auffälligkeiten beim Treten zu vorgegebener Frequenz. In der Ganganalyse unterschieden sie sich nicht sicher von Kontrollen. Diese Ergebnisse weisen auf eine mögliche Beteiligung des Kleinhirns in der Pathogenese einer begleitenden motorischen Koordinatsionstörung bei ADHS hin. Insgesamt waren der Auffälligkeiten jedoch gering und sind in Studien mit größeren Gruppen von Patienten mit ADHS und deutlicheren Zeichen motorischer Auffälligkeit zu bestätigen.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 610 Medizin und Gesundheit
Beitragende:
Prof. Dr. med. Timmann-Braun, Dagmar [Betreuer(in), Doktorvater]
PD Dr. rer. nat. Hinney, Anke [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
19.08.2009
Dokument erstellt am:
11.11.2009
Promotionsantrag am:
11.02.2009
Dateien geändert am:
16.11.2009
Medientyp:
Text