Wie weiter mit – Marc Bloch?

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Der französische Historiker Marc Bloch gehört in den Humanwissenschaften zu den weltweit am häufigsten zitierten Autoren. Diese immense Resonanz hat sowohl wissenschaftliche als auch biographische Gründe. Als einer der Gründer der modernen Gesellschafts- und Mentalitätengeschichte ("Annales-Schule"), als Geschichtstheoretiker und als kritischer Intellektueller ist Bloch, der 1944 von der Gestapo ermordet wurde, für Generationen von Forschern mit unterschiedlicher Spezialisierung und politischer Ausrichtung zur Inspiration und zum Vorbild geworden. Aber diese Verehrung führt manchmal zu Verklärungen oder falschen Aktualisierungen, die diesem strengen Gelehrten kaum gerecht werden. Denn was Bloch in der Geschichtswissenschaft forderte und auch selbst praktizierte, gilt heute vielfach als altmodisch: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte statt Biographik und Kulturgeschichte, methodischer Rigorismus statt Intuition und Essayismus. Eine "Rückkehr zu Marc Bloch" (Jacques Le Goff) läuft daher eher auf eine Infragestellung gegenwärtiger Trends als auf ein zufriedenes "Weiter so!" hinaus. In jedem Fall aber eröffnet eine genaue Lektüre Marc Blochs neue Perspektiven für eine nonkonformistische Geschichtswissenschaft von heute.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Texte » Artikel, Aufsatz
Fakultät / Institut:
Sonstige Einrichtungen / Externe
Dewey Dezimal-Klassifikation:
900 Geschichte und Geografie
Stichwörter:
Marc Bloch
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
E-Publikationen / Dokument veröffentlicht
Dokument erstellt am:
30.11.2008
Dateien geändert am:
15.07.2009
Medientyp:
Text
Quelle:
Aus: Sozial.Geschichte online 1 / 2009