Vergleich der Wirksamkeit einer zweijährigen Intensivbetreuung von Schizophrenen mit frühem Erkrankungsbeginn mit einem Treatment-as-usual

Dateibereich 21587

573,4 KB in einer Datei, zuletzt geändert am 07.05.2009

Dateiliste / Details

DateiDateien geändert amGröße
Dissertation_Hemmerle.pdf07.05.2009 13:29:01573,4 KB
In dieser Untersuchung wurden 24 Jugendliche und junge Erwachsene untersucht, die an einer Schizophrenie (ICD-10: F20) oder schizoaffektiven Störung (ICD-10: F25) mit frü-hem Beginn litten. Zwölf von ihnen wurden in der Therapeutisch-Pädagogischen Wohn-gruppe Trialog der Prof. Eggers-Stiftung für zwei Jahre betreut, bei der anderen Hälfte erfolgte eine Behandlung und Betreuung mit den herkömmlichen Angeboten (Treatment-as-usual). Stellung genommen werden sollte zu der Frage, ob die Betreuung in der WG Trialog Vorteile für den Verlauf der Erkrankung, das soziale Funktionsniveau und die in-tellektuellen Fähigkeiten der Betroffenen bietet. Durch die Zuweisung und Kostenüber-nahme für eine Intensivbetreuung wurden Patienten ausgewählt, die einen niedrigeren so-zioökonomischen Status aufwiesen und über geringer ausgeprägte handlungsorientierte Fähigkeiten verfügten. Der akuten Psychose gingen früher beginnende und längere Prodromalstadien voraus, es zeigten sich mehr positive Symptome, eine hohe Rezidivrate mit langen Behandlungszeiten schon im ersten Jahr der Erkrankung sowie mehr komorbide Störungen. Dennoch hatten sich nach zweijähriger intensiver Betreuung und Förderung sowohl positi-ve als auch negative Symptome bei den Betreuten stärker gebessert als bei der Vergleichs-gruppe. Die Lebensqualität konnte nur hinsichtlich der erlebten Qualität familiärer Bezie-hungen gesteigert werden, was prognostisch ein gutes Zeichen ist. Ihr soziales Funktions-niveau war der Vergleichsgruppe überlegen hinsichtlich selbständiger Wohnformen und Teilnahme an schulischen, berufsbildenden oder tagesstrukturierenden und therapeutischen Maßnahmen. Trotz niedrigerer handlungsorientierter Teilfähigkeiten konnten sie zu einem vergleichbaren Anteil einen Schulabschluss erzielen wie die Vergleichsgruppe. Aufmerk-samkeit, Merkfähigkeit und einige exekutive Funktionen entwickelten sich bei ihnen posi-tiv, während es in der Vergleichsgruppe im Mittel zu einem Rückgang kam. Die Vergleichsgruppe polarisierte sich zwischen denjenigen, die eine für sie zu bewälti-gende Tätigkeit gefunden hatten und denjenigen, bei denen dies nicht der Fall war. Die Lebenssituation letzterer zeigte in mancher Hinsicht eine therapeutische, soziale und intel-lektuelle Vernachlässigung. Ihre Angehörigen waren mit ihrer Betreuung überfordert. Sie waren von einem chronischen Verlauf der Schizophrenie bedroht.
Lesezeichen:
Permalink | Teilen/Speichern
Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » LVR-Klinikum Essen » Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 610 Medizin und Gesundheit
Stichwörter:
Early-onset-schizophrenia, Intensivbetreuung, Wirksamkeit, Funktionsniveau
Beitragende:
Oades, Robert D. [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. med. Bonnet, Udo [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
16.02.2009
Dokument erstellt am:
07.05.2009
Promotionsantrag am:
17.06.2008
Dateien geändert am:
07.05.2009
Medientyp:
Text