Stellenwert der [18F]FDG-PET und -PET/CT in der Diagnostik der extrathyreoidalen neuroendokrinen Tumoren

Dr. med. Schmidt, Carola

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Die Detektion und das Staging neuroendokriner Tumoren bleibt auch heute aufgrund der großen Heterogenität sowie der häufig nur geringen Tumorgröße eine Herausforderung. Für die Wahl eines der bildgebenden Untersuchungsverfahren spielt nicht nur der zu erwartende Uptakemechanismus sondern auch viele weitere Faktoren eine Rolle. In dieser retrospektiven Studie untersuchten wir die Wertigkeit der FDG-PET (/-CT) bei verschiedenen neuroendokrinen Tumoren im Vergleich zu den bereits etablierten nuklearmedizinischen Verfahren. Methoden: In die Studie wurden 78 Patienten eingeschlossen, die zu einer FDG-PET- oder einer FDG-PET/CT-Untersuchung mit begründetem Verdacht auf einen neuroendokrinen Tumor bzw. bereits bekanntem NET überwiesen wurden und zeitnah eine zusätzliche Untersuchung mit einem etablierten szintigrafischen Lokalisationsverfahren ([123I]MIBG-, [111In]Pentreotid-, [99mTc]Sestamibiszintigrafie) erhielten. Diese wurden hinsichtlich der detektierten Tumorherde sowie des SUV ausgewertet. Falls möglich wurde die Bestimmung des Proliferationsmarkers Ki-67 mittels MIB-1 bestimmt. Ergebnisse: Bei den sympathoadrenergen Tumoren (n=22) stellte sich die FDG-PET mit einer gesamten Sensitivität von 82% und einer gesamten Spezifität von 71% als den anderen Methoden durchaus ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen dar. Bezogen lediglich auf die benignen Prozesse zeigte sie zwar lediglich eine Sensitivität von 57%, die übrigen Verfahren erzielten im untersuchten Kollektiv jedoch noch geringere Ergebnisse. In der Gruppe der sonstigen neuroendokrinen Tumoren (n=8) erwies sich die FDG-PET als das Verfahren, das die meisten Läsionen pro Untersuchung entdeckte (12/Untersuchung). Bei neuroendokrinen Tumoren der Nebenschilddrüsen (n=7) konnte die FDG-PET im direkten Vergleich mit der Mibi-Szintigrafie (Sensitivität 60%), die als Verfahren erster Wahl v.a. bei rekurrentem Hyperparathyreoidismus gilt, gute Ergebnisse vorweisen aufgrund einer Sensitivität von 50% bei jedoch nur geringer Spezifität (33%). Bei den gastroenteralen neuroendokrinen Tumoren (n=37) erwies sich die FDG-PET als den anderen Verfahren (v.a. der Octreotid-Szintigrafie und der radiologischen Verfahren) deutlich unterlegen mit einer Sensitivität von nur 33%. Schlussfolgerung: Die FDG-PET bzw. FDG- PET/CT sollte bei den sympathoadrenergen Tumoren (insbesondere bei den malignen) als ein Untersuchungsverfahren der vorderen Wahl gesehen werden. Bei den übrigen neuroendokrinen Tumorentitäten ist sie zumindest als eine ergänzende Methode bei bisher ungenügender Primärdiagnostik in Erwägung zu ziehen.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Nuklearmedizin
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit » 610 Medizin und Gesundheit
Stichwörter:
neuroendokriner Tumor, Fluordesoxyglukose, FDG-Positronenemissionstomografie, PET/CT, Phäochromozytom, gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren, Karzinoid
Beitragende:
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl. Phys. Bockisch, A. [Betreuer(in), Doktorvater]
Dr. med. Petersenn, Stephan [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
19.08.2008
Dokument erstellt am:
12.01.2009
Promotionsantrag am:
25.07.2007
Dateien geändert am:
12.01.2009
Medientyp:
Text