Gewinner und Verlierer des dreigliedrigen Schulsystems in NRW bei Schülern und Lehrern: Bildungsprozesse aus psychologischer Perspektive

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Die Dissertation „Gewinner und Verlierer des dreigliedrigen Schulsystems in NRW bei Schülern und Lehrern: Bildungsprozesse aus psychologischer Perspektive“ aus dem Bereich der Bildungswissenschaften ist eine umfassende Analyse der Lehr- und Lernumstände an bundesdeutschen, besonders nordrhein-westfälischen Schulen. Dafür wird das Schulsystem aus sozialkonstruktivistischer, historischer, wirtschaftlicher, bildungs- und berufspolitischer sowie aus psychologischer Perspektive betrachtet. Außerdem wird die bisherige Forschung zum schulischen Lernen der Schüler und zum Arbeitsverhalten der Lehrkräfte erläutert. Ausgehend von diesem theoretischen Unterbau werden Hypothesen zu systematischen Unterschieden zwischen Schülern von Hauptschule, Realschule und Gymnasium entwickelt: Bezüglich des schulischen Selbstkonzepts, der Lern- und Leistungsmotivation und des Lern- und Arbeitsverhaltens von Schülern werden für Gymnasiasten die jeweils positivsten, für Realschüler schlechtere und für Hauptschüler die negativsten Erwartungen formuliert, da die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten das Lern- und Motivationsverhalten sowie die tatsächlich erbrachten Leistungen beeinflussen soll. Auf Lehrerseite wird das Selbstkonzept, die berufsbezogene Leistungsmotivation und das arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster untersucht. Auch hier werden für Gymnasiallehrkräfte die positivsten Resultate angenommen. Die Werte der Realschullehrkräfte sollen unter denen der Gymnasiallehrkräfte, aber über denen der Hauptschullehrkräfte liegen, da das Verhaltens- und Erlebensmuster von der Motivation und dem Selbstkonzept abhängt und das Selbstkonzept wiederum durch die Leistungsmotivation ergänzt wird (Lehrerseite). Um diese Hypothesen empirisch zu überprüfen, wurden kombinierte Fragebögen für Schüler und Lehrer entwickelt und an allen drei Schulformen in verschiedenen Jahrgangsstufen bei freiwilligen Probanden eingesetzt. Insgesamt nahmen 931 Schüler und 103 Lehrkräfte an der Untersuchung teil. Die deskriptive und inferenzstatistische Datenanalyse bestätigt in großen Teilen die aufgestellten Hypothesen. Darüber hinaus zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem Arbeitsengagement, der Widerstandsfähigkeit bei beruflichen Belastungen und der Zufriedenheit bei Lehrkräften und der intrinsischen Motivation der Schüler. Die Arbeit zeigt sowohl im theoretischen wie im empirischen Teil systemisch generierte Unterschiede in den Voraussetzungen für Schülerleistungen und Lehrerengagement. Auf Schüler- und auf Lehrerseite werden Gewinner und Verlierer produziert. Ein wichtiges Fazit ist die Entkopplung von nominellen Bildungsgängen und Schulabschlüssen. Das dreigliedrige Schulsystem verstärkt ungleiche Bildungschancen, statt sozial bedingte Nachteile abzubauen. Darüber hinaus werden didaktische Empfehlungen für die Gestaltung von Unterricht und Schule allgemein abgeleitet.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Bildungswissenschaften
Dewey Dezimal-Klassifikation:
300 Sozialwissenschaften » 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen » 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Stichwörter:
Psychologie, Bildungssystem, Lehrer, Schüler, Lehrkräfte, Arbeitszufriedenheit, Lernmotivation, Leistungsmotivation, Selbstkonzept, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Kognitionspsychologie, Arbeitsverhalten, Sozialkonstruktivismus
Beitragende:
Prof. Dr. Steins, Gisela [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. Moschner, Barbara [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
12.12.2008
Dokument erstellt am:
15.01.2009
Promotionsantrag am:
08.07.2008
Dateien geändert am:
08.01.2009
Medientyp:
Text