Direkte und indirekte in vitro Suppression der Replikation subgenomischer Hepatitis C Virus Replicons

Dr. rer. nat. Bröring, Ruth

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Etwa 170.000.000 Patienten sind weltweit mit dem Hepatitis C Virus infiziert. Die Infektion verläuft meist inapparent und entwickelt in 80% der Patienten einen chronischen Verlauf Die therapeutischen Möglichkeiten beschränken sich auf die Kombinationstherapie von Interferon-alpha (IFN-α) mit Ribavirin, wobei nur etwa 50% der Patienten auf diese Therapie ansprechen. Daher ist es dringend notwendig, neue Behandlungsmöglichkeiten gegen HCV zu entwickeln. Das Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von in vitro Versuchen, mittels zweier HCV Replicon Systeme, das antivirale Potenzial von in der Therapie gegen HCV einsetzbaren Adjuvazien, wie den Liganden der toll-like Rezeptoren oder die Verwendung von siRNA-Technologie (engl. small interfeering, siRNA) zum gezielten Ausschalten von Genen, zu untersuchen. Die Beteiligung der nicht-parenchymatösen Leberzellen wie Kupffer Zellen (KC) und sinusoidalen Endothelzellen LSEC an der Kontrolle der HCV Replikation wurde dargestellt. Es wurde gezeigt, dass die KC und LSEC über den Signalwege des toll-like Rezeptor 3 eine antivirale Immunantwort auslösen. Die KC zeigen auch ein toll-like Rezeptor 4 abhängiges antivirales Potenzial. In Co-Kultivierungsversuchen mit der HCV Replicon replizierenden MH1 Zelllinie wurde in beiden Fällen eine Interferon β vermittelte Suppression der viralen Replikation gezeigt. Die Sensitivität der Kupffer Zellen und sinusoidalen Endothelzellen der Leber gegenüber doppelsträngiger Ribonukleinsäure (RNS/RNA) bietet eine mögliche Erklärung für die, in HCV infizierten Patienten vorkommende, erhöhte Expression Interferon sensitiver Gene. Diese neuartige Sichtweise unterstreicht die Wichtigkeit des angeborenen Immunsystems der Leber an der Kontrolle der HCV Infektion. Des Weiteren bilden diese Ergebnisse eine Basis für eine viel versprechende Möglichkeit, die lokale Immunantwort, während der Therapie gegen das Hepatitis C Virus, über die toll-like Rezeptoren 3 und 4 unterstützend zu induzieren. Der zweite Teil der Arbeit fokussierte die zelluläre Interferonantwort. Typ-I Interferone spielen eine essentielle Rolle in der wirtseigenen Abwehr gegen virale Infektionen. Die Induktion einer Reihe von Interferon sensitiven Genen (ISGs), führt dazu, die Replikation der Virus befallenen Zelle einzustellen und die Abwehr der Pathogene einzuleiten. Die ISGs bieten eine breite Angriffsfläche zur Einflussnahme der zelleigenen Immunabwehr sowie der viralen Replikation. Es wurde gezeigt, dass die in vitro Suppression der Expression ausgesuchter ISGs (IFI-T1, ISG15, Herc5, Rsad2 und G1P3) mittels RNA Interferenz Technologie keinen Einfluss auf die Interferonsensitivität der HCV Replicon Replikation hat. Eine direkte Suppression der HCV Replicon Replikation wurde durch das Ausschalten der ISG15 Genexpression ausgelöst. Dieser signifikante Rückgang der Virus Replikation begründet die Hypothese einer direkten Beteiligung des ISG15 an der Hepatitis C Virus Replikation.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Biologie
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
500 Naturwissenschaften und Mathematik » 570 Biowissenschaften; Biologie » 570 Biowissenschaften; Biologie
Stichwörter:
Hepatitis C Virus, poly I:C, LPS, Kupffer Zellen, sinosoidale Endothelzellen, HCV Replicon MH1
Beitragende:
Univ.-Prof. Dr. med. Schlaak, Jörg Friedrich [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. Winterhager, Elke [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Dittmer, Ulf [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
09.04.2008
Dokument erstellt am:
16.04.2008
Promotionsantrag am:
17.12.2007
Dateien geändert am:
10.12.2012
Medientyp:
Text