E-Learning an Hochschulen - Kompetenzentwicklungsstrategien für Hochschullehrende. Ergebnisse aus zwei empirischen Untersuchungen zu Anreizen und Hemmnissen der Kompetenzentwicklung im Bereich E-Learning

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Der Einsatz neuer Medien an Hochschulen ist heute nicht nur aus didaktischer Perspektive, sondern insbesondere auch in gesellschaftlicher und bildungspolitischer Hinsicht notwendig geworden. Von einigen deutschen Universitäten wurden bereits Maßnahmen ergriffen, neue Medien in Forschung und Lehre zu integrieren. Teilweise stehen diese aber auch noch aus. Ein wichtiger Aspekt für die Integration neuer Medien ist die Gewinnung der Hochschulleh-renden als „gate-keeper“ (Kerres & Voß, 2006) dieser Innovation in den hochschulischen Alltag. Voraussetzung dafür ist, dass Hochschullehrende die notwendige Kompetenz besit-zen, neue Medien in der Lehre sinnvoll einzusetzen. Überlegungen zur Kompetenzentwicklung Hochschullehrender sind in der Forschungsdiskussion insbesondere auf zwei sich ergänzenden Feldern, angestellt worden: Auf der Grundlage hochschuldidakti-scher Überlegungen und ausgehend von hochschulstrategischen Ansätzen. Die hochschuldidaktische Perspektive geht vorwiegend inhaltlichen Fragen der Kompetenz-entwicklung nach (vgl. Albrecht 2001, Bremer 2003, Euler 2004, Merkt 2004, Schulmeister 2004, Kerres 2001, Welbers 2003). Forschungsschwerpunkte beziehen sich u.a. auf die Festlegung notwendiger inhaltlicher Kenntnisse, der didaktischen Vermittlung dieses Wissens und der damit verbundenen Unterstützung der Lehrenden. Diese Überlegungen münden in folgende zentrale Fragen: Was müssen Dozierende können? Wie müssen Weiterbildungen und Schulungen konzipiert sein, um das notwendige Wissen zu vermitteln? Welche Betreu-ungs- und Beratungsangebote sind sinnvoll? Die Ansätze der strategischen Kompetenzentwicklung beziehen sich vorwiegend auf Fragen der Kompetenzentwicklung Hochschullehrender im Kontext der Hochschulorganisation (vgl. Seufert 2004, Kerres 2005a). Forschungsschwerpunkte bilden u.a. Implementierungskon-zepte neuer Medien und Strategien zur Gewinnung von Lehrenden. Zentrale Forschungsfragen lassen sich folgendermaßen formulieren: Wie kann E-Learning an Hoch-schulen implementiert werden? Welche strukturellen und organisatorischen Maßnahmen müssen getroffen werden? Wie können Lehrende für die Kompetenzentwicklung im Bereich E-Learning gewonnen werden? Innerhalb der vorliegenden Arbeit sollen beide Perspektiven aufgegriffen und verbunden werden. Dies geschieht zunächst im Rahmen einer Theorie geleiteten Darstellung der For-schungslage und weiterhin in einem Empirieteil. Die wesentlichen Elemente sowohl der theoretischen Grundlagen als auch der empirischen Studien spiegeln sich in der folgenden kurzen Beschreibung der Kapitel der Arbeit wider. Im Anschluss an das einleitende Kapitel erfolgt eine Hinführung zum Thema der Arbeit, in der die Notwendigkeit des Einsatzes neuer Medien in der Hochschullehre begründet wird und die damit einhergehenden Herausforderungen für Hochschullehrende umrissen werden (Kapitel 1.2). Im theoretischen Bezugsrahmen werden dann zunächst aus hochschuldidaktischer Perspek-tive Überlegungen zum Kompetenzbegriff dargestellt, in denen das hier zugrunde gelegte Verständnis von Kompetenzen entfaltet wird (Kapitel 2). Dabei wird zunächst der Begriff der E-Lehr-Kompetenz gegenüber anderen verwandten Begrifflichkeiten abgegrenzt (Kapitel 2.1). Auf dieser Basis erfolgt eine Konkretisierung von E-Lehr-Kompetenz, ausgehend von den Teilkompetenzen Lehr-Kompetenz und E-Kompetenz (Kapitel 2.2 bis 2.4). Im Anschluss an das so entwickelte Verständnis des Begriffs werden anschließend in Kapitel 3 aus struk-tur-organisatorischer Sicht Überlegungen angestellt, die die Entwicklung der E-Lehr-Kompetenz bei Hochschullehrenden betreffen. Hochschullehrende werden dabei als rational handelnde Akteure aufgefasst, deren Handlungen von allgemeinüblichen Handlungsmotiven abhängen (Kapitel 3.1). Weiterhin wird als Handlungskontext die spezifische Situation Hoch-schullehrender innerhalb des Aktionsfeldes Hochschule ins Blickfeld genommen (Kapitel 3.2). Ausgehend von diesen Überlegungen werden im Kapitel 4 mögliche Potentiale und Restriktionen der Kompetenzentwicklung an der Hochschule diskutiert. In Kapitel 5 werden zunächst überblicksartig verschiedene empirische Studien vorgestellt, die sich mit der Kompetenzentwicklung Hochschullehrender im Bereich E-Learning beschäf-tigen (Kapitel 5.1). Insbesondere wird hier auf die Studie von Hagner (2001) Bezug genommen, die Hochschullehrende als unterschiedliche ‚Innovationstypen’ mit spezifischen Anreizen und Hemmnissen auffasst (Kapitel 5.2). Auf dieser Grundlage und vor dem Hinter-grund der theoretischen Betrachtung werden Hypothesen und Forschungsfragen für die Planung und Durchführung der Empirie formuliert. Kapitel 5 stellt somit die Verbindung zwischen dem theoretischen und dem empirischen Teil der Arbeit her. Im empirischen Teil wird das Themenfeld der Kompetenzentwicklung im Bereich E-Learning aus der Einschätzung Hochschullehrender erforscht. Dabei werden zwei unter-schiedliche empirische Zugangsweisen gewählt. Zunächst werden über qualitative Befragungen von Medienexperten und Hochschullehrenden grundlegende Aspekte zur Einschätzung von Anreizen und Hemmnissen für den Einsatz neuer Medien in der Lehre entwickelt (Kapitel 6). Auf dieser Basis erfolgt die Konzeption eines standardisierten Frage-bogens zu Anreizen und Hemmnissen für den Einsatz von neuen Medien in der Lehre, welcher in einer quantitativen Umfrage von Hochschullehrenden an der Universität Duis-burg-Essen, Campus Duisburg eingesetzt wird (Kapitel 7). Nach einer Übersicht über die methodische Vorgehensweise (Kapitel 7.1) erfolgt die Darstellung der Ergebnisse zunächst deskriptiv, wobei insbesondere die Relevanz der Anreize und Hemmnisse für den Einsatz neuer Medien in der Lehre im Vordergrund steht (Kapitel 7.2). In einem weiteren Schritt wird eine Clusteranalyse durchgeführt, um zu ermitteln, ob unterschiedliche Typen von Lehrenden mit verschiedenen Präferenzen innerhalb der Stichprobe vorliegen (Kapitel 7.3). Insbesondere interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob sich – analog zur Hagners Studie – vergleichbare Innovationstypen kennzeichnen lassen (Kapitel 7.3). Abschließend wird in Kapitel 8, ausgehend von den theoretischen Erörterungen und den Ergebnissen der empirischen Befragungen, diskutiert, welche Anreize und Hemmnisse für den Einsatz neuer Medien in der Hochschule als relevant angesehen werden können. Auf dieser Grundlage können Überlegungen angestellt werden, wie sinnvolle Kompetenzentwicklungsstrategien für Hochschuldozierende im Bereich E-Learning aussehen können und welche Maßnahmebereiche initiiert werden müssen, um diese umzusetzen.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Bildungswissenschaften
Dewey Dezimal-Klassifikation:
300 Sozialwissenschaften » 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen » 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Stichwörter:
E-Learning, neue Medien, Kompetenzenwicklung, Hochschulen, Innovationen
Beitragende:
Prof. Dr. Kerres, Michael [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. Witt, Claudia de [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
31.01.2008
Dokument erstellt am:
27.03.2008
Promotionsantrag am:
17.09.2007
Dateien geändert am:
11.03.2008
Medientyp:
Text