Chemieunterricht an außerschulischen Lernorten - eine Interventionsstudie

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Dissertation_AnnemarieDziewas.pdf13.06.2007 10:55:384,82 MB
Die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudien TIMSS und Pisa haben gezeigt, dass vor allem das naturwissenschaftliche Wissen der deutschen Schüler weit unterdurchschnittlich ist. Eine Möglichkeit diesem Zustand entgegenzuwirken, ist der Unterricht an außerschulischen Lernorten. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass die alltagsnahe und konkrete Lernsituation bei der Problemlösung im Mittelpunkt steht. Im Gegensatz zum konventionellen Unterricht mit einer direktiven Unterrichtsform kommt an außerschulischen Lernorten das problemlösende Unterrichtsverfahren verstärkt zum Einsatz, so dass ein induktiver, vom Lernenden gesteuerter Lernprozess möglich ist. Das Lernen an außerschulischen Orten entspricht damit der Lernform des situtierten Lernens. Ziel der hier vorliegenden Arbeit war es, den Lernerfolg des Unterrichts an außerschulischen Lernorten zu untersuchen. Es sollte außerdem überprüft werden, ob sich Unterricht an verschiedenen außerschulischen Lernorten unterschiedlich auf Umweltwissen, Umweltinteresse und umweltbezogenes Verhalten bzw. Verhaltensdispositionen auswirkt. Die vorgestellte Studie wurde in der achten Jahrgangsstufe einer Realschule mit insgesamt acht Klassen im Interventions-Kontrollgruppen-Design durchgeführt. Eine Evaluation erfolgte an Hand von Fragebögen, die den Schülern zu drei Messzeitpunkten vorgelegt wurden: vor der Intervention (Pre), direkt danach (Post) und fünf Monate nach Abschluss der Intervention (Follow up). Dabei wurde zunächst in einer Pilotstudie der Einfluss von außerschulischen Lernorten auf eine Änderung des Umweltwissens, Interesses und Verhaltens überprüft. Während die Interventionsgruppe beide außerschulische Lernorte „Schulnahes Umfeld“ und „Außerschulische Institutionen“ aufsuchte, erhielt die Kontrollgruppe konventionellen Unterricht im Klassenraum, d.h. Unterricht mit Arbeitsblättern oder Filmen zum entsprechenden Thema sowie Experimenten im Klassenraum. Die Varianzanalyse der Daten der Pilotstudie attestiert der Interventionsgruppe, die beide außerschulische Lernorte (schulnahes Umfeld und Institutionen) aufgesucht hatte, einen größeren Erfolg hinsichtlich aller Wissensformen. Auch bezüglich der Interessensvariablen und der Verhaltensvariablen schneidet diese Interventionsgruppe am besten ab. Damit wird die Forschungshypothese bestätigt, dass Unterricht an außerschulischen Lernorten zu einem größeren Lernerfolg führt als der Regelunterricht. Der Erfolg der Intervention führte in der Hauptstudie zu der Frage, welche Art von außerschulischen Lernorten maßgeblich an den Ergebnissen der Pilotstudie beteiligt war. Untersucht wurde der Einfluss des außerschulischen Lernortes „Schulnahes Umfeld“ oder/und „Außerschulische Institutionen“ auf die Entwicklung der oben genannten Variablen. Die Varianzanalyse der Hauptstudie belegt, dass durch den Einsatz außerschulischer Lernorte eine Verbesserung im Bereich des Wissens erzielt wird. Zwar führt auch der konventionelle Unterricht (ohne außerschulische Lernorte) zu einer Verbesserung des deklarativen Fachwissens, nicht aber zu einer Ausbildung von Wirksamkeitswissen. Hier ist der Einsatz von außerschulischen Lernorten erfolgreich. Einen Unterschied zwischen den beiden untersuchten außerschulischen Lernorten „Schulnahes Umfeld“ und „Außerschulische Institutionen“ liefert die Betrachtung des selbstständig generierten Fachwissens: durch den Einsatz des schulnahen Lernortes wird ein signifikanter Wissenszuwachs erzielt. Die Ergebnisse des Handlungswissens untermauern die These, nach der der Einfluss des schulnahen Lernortes größer ist als der von außerschulischen Institutionen. Auch hier zeigen nur die beiden Interventionsgruppen, die diesen Lernort aufgesucht haben, einen signifikanten Wissenszuwachs. Im Bereich der Interessensvariablen übt die Kombination der beiden Lernorttypen einen besonderen Einfluss aus. Vor allem das allgemeine Interesse und das Sachinteresse werden in der Gruppe, die beide außerschulische Lernorte aufgesucht hat, signifikant verbessert. Eine signifikante Änderung der Verhaltensdisposition wird vor allen durch die Kombination der beiden untersuchten Lernorttypen erreicht, wohingegen das Verhalten derjenigen Gruppen, die im schulnahen Umfeld experimentiert haben, positiv geändert ist. Damit lässt sich bezüglich der Wirksamkeit der Lernorte die folgende Rangordnung aufstellen: keine außerschulischen Lernorte < außerschulische Institutionen < schulnahes Umfeld
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Fakultät für Chemie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
500 Naturwissenschaften und Mathematik » 540 Chemie
Beitragende:
Prof. Dr. rer. ant. Stachelscheid, Karin [Betreuer(in), Doktorvater]
Prof. Dr. Sumfleth, Elke [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
24.04.2007
Dokument erstellt am:
12.06.2007
Promotionsantrag am:
21.03.2007
Dateien geändert am:
13.06.2007
Medientyp:
Text