Stimuluskomplexgrad-abhängige konditionierte Hemmung und latente Inhibition

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Hintergrund: Latente Inhibition (LI) und Konditionierte Hemmung (conditioned blocking = CB) wurden vielfach zur Erfassung von Aufmerksamkeitsmechanismen im Tiermodell und bei gesunden und psychiatrisch erkrankten Menschen untersucht und dienen in der Grundlagenforschung und bei psychopharmakologischen Fragestellungen als Modell für die Aufmerksamkeitsgenerierung.
Fragestellung: Die bisher stets isoliert untersuchten Paradigmen sollten in vorliegender Arbeit in einem gemeinsamen Versuchsdesign erfasst werden, um klinische Untersuchungen defizitärer Bereiche der Aufmerksamkeitssteuerung, z. B. bei schizophrenen Patienten, effizienter durchführen zu können und die Abhängigkeit der Phänomene von der Komplexität der visuellen Reizinformationsmenge zu untersuchen. Methoden: Durchführung eines computergestützten Tests zur visuellen Suche mit 4 unterschiedlichen Reizkomplexitätsgraden unter Li- und CB- Bedingungen bei 30 gesunden Probanden
Ergebnisse: Bei Verwendung einfacher Reize ließen sich in der verwendeten Reaktionszeitaufgabe keine Lerneffekte nachweisen. Bei Verwendung von Reizen mittlerer Informationsmenge waren sowohl der LI-Effekt als auch der CB-Effekt demonstrierbar. Bei größerer Reizkomplexität war ein CB-Effekt, jedoch kein LI-Effekt nachweisbar. Bei der Kategorie der höchsten Komplexität fand sich ein statistisch signifikanter LI-Effekt, jedoch kein CB-Effekt. Die Verwendung dieser Reizkategorie als höchste Komplexitätsstufe ist aufgrund der wahrscheinlich distinkten neuronalen Verarbeitungsmechanismen kritisch zu betrachten.
Schlussfolgerung: Effekte erlernter Unaufmerksamkeit konnten mit dem vorgestellten Versuchsdesign dargestellt werden. Unterschiede ergeben sich in Abhängigkeit vom Informationsgehalt des Reizmaterials. Der Test bietet ein einfaches und durchführbares Modell z. B. für die Untersuchung von Aufmerksamkeitsdefiziten bei schizophrenen Patienten als reproduzierbares neuropsychologisches klinisches Merkmal und ist für die Untersuchung von Auswirkungen medikamentöser Behandlung auf Aufmerksamkeitsprozesse geeignet.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultät / Institut:
Medizinische Fakultät
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » LVR-Klinikum Essen » Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Stichwörter:
latente Inhibition, konditionierte Hemmung, Reizinformationsmenge, Schizophrenie
Beitragende:
Prof. em. Dr. med. Gastpar, Markus Theodor [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Prof. Dr. rer. nat. Diehl, Rolf [Gutachter(in), Rezensent(in)]
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
20.10.2004
Dokument erstellt am:
20.10.2004
Promotionsantrag am:
08.04.2004
Dateien geändert am:
07.08.2013
Medientyp:
Text